Festival : Kostenlos Suppe und Mucke

21.08.2011 12:53 Uhrvon
  • Am Samstag fand in Friedrichshain das dritte Suppe & Mucke Straßenfest statt. Foto: Marit Berchner
    Am Samstag fand in Friedrichshain das dritte Suppe & Mucke Straßenfest statt. - Foto: Marit Berchner
  • Wegweiser zu den verschiedenen Bühnen. Foto: Marit Berchner
    Wegweiser zu den verschiedenen Bühnen. - Foto: Marit Berchner
  • Hunderte Menschen kamen zu dem Fest in der Sonntags-, Holtei- und Gryphiusstraße. Foto: Marit Berchner
    Hunderte Menschen kamen zu dem Fest in der Sonntags-, Holtei- und Gryphiusstraße. - Foto: Marit Berchner

Am Samstag fand das dritte Suppe & Mucke Straßenfest in Friedrichshain statt. Der Einladung zu kostenloser Suppe und Musik auf fünf Bühnen kamen hunderte Menschen nach.

Kurz nach vier die traurige Ansage: „Sorry, die Suppe ist leer!“ Dabei hatte das Fest doch gerade mal vor zwei Stunden angefangen. Aber die Gulaschsuppe der Veganen Gesellschaft war wohl einfach zu lecker. Die Leute mit den Schüsseln und Löffeln in der Hand ziehen weiter, die Enttäuschung ist nicht allzu groß. Immerhin gibt es noch viele andere Stände, und noch viel mehr Suppe.

Zum dritten Mal fand an diesem sonnigen Samstag das Suppe & Mucke Suppenstraßenfest statt. Frei nach dem Motto „Soupport your kiez“ gab es Stände verschiedener Organisationen. Aufgebaut waren sie auf der Sonntags-, Holtei- und Gryphiusstraße. Und hunderte Menschen kamen der Einladung nach.

Wer seine Schüssel zu Hause vergessen hatte, konnte am Suppenfestival-Stand auch noch eine kaufen. Wahlweise selbst getöpfert mit Suppe & Mucke-Logo oder essbare Schälchen. Dazu gab es Holzlöffel – Plastikgeschirr sah man kaum. Schließlich geht es bei dem Suppenfestival nicht nur ums Essen, sondern auch um Nachhaltigkeit und Kiezgestaltung.

Auf den fünf Musikbühnen gab es Musik von Rap über Singer-Songwriter und Ska, auf dem Podium Diskussionen zu Themen wie Gentrifizierung und Kommerzialisierung.

Im Laufe des Nachmittags wurden die Schlangen vor den Ständen, die noch Suppe hatten, immer länger. Aber das machte keinem etwas aus, das Miteinander zählt. An manchen Ständen wurde so geplant, dass es alle zwei Stunden einen neuen Topf Suppe gab. Viele andere haben nur noch Flyer oder Buttons im Angebot. Das meiste wird für Spenden abgegeben, keiner macht hier das große Geschäft und dennoch sind alle, mit denen man sich unterhält, gerne dabei.

Finanziert wird das Festival über Fördergelder, Spenden, und den Getränkeverkauf, wobei die Veranstalter Wert auf faire Preise gelegt haben. Im Kernteam haben 15 bis 20 Leute an diesem Projekt gearbeitet, am Samstag selber sind etwa 200 Freiwillige im Einsatz. Es sind Leute, die ihren Kiez selber gestalten wollen und ein großes, ausgelassenes Straßenfest auf die Beine gestellt haben. Kostenlose Musik, kostenlose Suppe – das Konzept ist bestechend einfach. „Mir gefällt, dass hier nicht so viele Schwaben sind“, grinst ein Besucher. Ein anderer fügt hinzu: „Es ist schön, dass trotz zunehmender Gleichmacherei in den Kiezen so ein buntes, fröhliches Fest möglich ist.“

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