Berlin : Feuerwehrchef warnt vor illegalen „Polenböllern“

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Die Resultate der SilvesterKnallerei gleiche sich seit Jahren: 3000 Tonnen Feuerwerk werden in Berlin verballert, etwa 500 Menschen verletzen sich dabei. Feuerwehrchef Albrecht Broemme warnte gestern davor, illegal aus Polen oder Tschechien importierte Böller zu zünden, weil das Verletzungsrisiko sehr groß sei. In Deutschland darf ein Kracher maximal fünf Gramm Schwarzpulver enthalten, in Polen sind es bis zu 50 Gramm Industriesprengstoff. Der reißt Hände ab und Trommelfelle entzwei. Wie berichtet, befürchtet die Feuerwehr, dass durch den Wegfall der Zollkontrollen an der polnischen Grenze die Zahl illegaler Böller in Berlin steigt. Jeder Berliner zünde durchschnittlich ein Kilo Pyrotechnik.

Gefährlich sind illegale Kracher vor allem durch ihre Unzuverlässigkeit. Die Explosion könne schon vier Sekunden nach dem Anzünden erfolgen – oder erst vier Minuten später. Gestern teilte die Justiz mit, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 23-Jährigen erhoben hat. Der Mann hatte in der Silvesternacht vor einem Jahr eine nicht gezündete Rakete wieder in die Hand genommen. Dann schoss die Rakete doch los, direkt in das Gesicht eines Unbeteiligten. Das Opfer verlor sein linkes Auge. „Unvorsichtiger Umgang mit Feuerwerk wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet“, warnte Justizsprecher Michael Grunwald gestern. Wer Kracher gezielt auf Menschen werfe, müsse mit bis zu zehn Jahren rechnen.

Die Feuerwehr verteilt in diesem Jahr Broschüren in deutscher und türkischer Sprache mit drastischen Bildern abgerissener Finger vor allem an Jugendliche. 1400 Feuerwehrleute sind in der diesjährigen Silvesternacht im Einsatz. Ha

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