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Filmdreh in Kaufhausruine : Tanz im Tacheles

25.01.2013 19:15 Uhrvon
Wie im Film. Viel los war im Tacheles bis zur Schießung im September immer. Die Zukunft des Tacheles ist unklar.Bild vergrößern
Wie im Film. Viel los war im Tacheles bis zur Schießung im September immer. Die Zukunft des Tacheles ist unklar. - Foto: promo/Dreamworks

Daniel Brühl feiert in der Kaufhausruine Tacheles – aber nur vor der Kamera. Denn das Haus ist eigentlich baulich gesperrt. Einige der Künstler, die früher die Ruine besetzten, empören sich nun über den Filmdreh.

Als wäre nie etwas passiert. Keine Zwangsräumung, kein jahrelanger Streit. Scharen Feierwütiger vergnügten sich am Mittwoch- und Donnerstagabend zu lauter Musik und bunten Lichtern im Kunsthaus Tacheles, der zerfallenen Kaufhausruine in der Oranienstraße in Mitte. Dabei wurde diese bekanntlich im September geräumt. Auch Schauspieler Daniel Brühl („Inglourious Basterds“) war gekommen, er wohnt nur ein paar Straßenbahnstationen weiter in Prenzlauer Berg. Doch der Spaß war rein beruflich, in den gedrehten Joints befand sich nur Tabak. Brühl stand dort für den Kinofilm „The Fifth Estate“ über die Enthüllungsplattform Wikileaks von Julian Assange vor der Kamera, Regie führte Twilight-Regisseur Bill Condon.

Brühl spielt in der Dreamworks-Produktion den deutschen Informatiker Daniel Domscheit-Berg, der eines der Gesichter von Wikileaks war und die Plattform 2010 nach einem Streit verließ. Danach veröffentlichte er das Buch „Inside Wikileaks“, auf dem der Film nun aufbaut. Wikileaks-Gründer Assange kritisierte das Filmvorhaben als „Propagandaangriff gegen Wikileaks“. Domscheit-Berg lernte Assange – im Film gespielt von Benedict Cumberbatch („Der Hobbit“, „Sherlock“) – im Jahr 2007 bei einem Hacker-Kongress in Berlin kennen. Danach trafen sich die Computerspezialisten offenbar auch im Tacheles.

Am Freitagmorgen ist von den Filmarbeiten wenig zu sehen. Kabeltrommeln liegen im Schnee, ein Beleuchtungsmast wird abgebaut, auf der Freifläche hinter der Ruine warten Lastwagen. „Etwa 70 Statisten haben mitgespielt“, erzählt einer, der dabei war. Eine andere kommt regelrecht ins Schwärmen: „Es war wieder die Ostalgie von damals.“ Der Club wurde im Café Zapata aufgebaut, auch im Treppenhaus arbeiteten die Kamerateams. Nun zieht der Filmtross weiter ins Berliner Congress Centrum am Alexanderplatz, wo Julian Assange 2009 neue Pläne von Wikileaks vorgestellt hatte. Gefilmt wird auch vor Dom und Reichstag.

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