Berlin : Firma sucht feste Arbeitsplätze für Sozialhilfeempfänger

CD

Die niederländische Firma Maatwerk ("Maßarbeit") soll künftig in drei Bezirken Sozialhilfeempfänger in feste Arbeitsverhältnisse vermitteln. Das Unternehmen ist bereits seit eineinhalb Jahren in Wilmersdorf tätig. Wie berichtet, zog Sozialstadträtin Martina Schmiedhofer (Grüne) vor kurzem eine positive Bilanz. Gestern verlängerte die Stadträtin den Vertrag um ein weiteres halbes Jahr.

Außerdem kündigte jetzt Charlottenburgs Sozialstadtrat Udo Maier (SPD) an, bis Januar oder Februar einen Vertrag mit Maatwerk zu schließen. Nach der Fusion von Charlottenburg und Wilmersdorf im Jahr 2001 solle ein weiterer Vertrag folgen. Auch Reinickendorf verhandelt mit den Arbeitsvermittlern, dort könnte es laut Sozialstadtrat Franz Balzer (CDU) im Frühjahr zur Auftragsvergabe kommen.

In Wilmersdorf wurden bis Ende November 224 feste Jobs für ehemalige Sozialhilfeempfänger gefunden - vor allem in Gastronomie- und Dienstleistungsfirmen (58 Prozent) und Handelsbetrieben (18 Prozent). Bis Jahresende soll das im ersten Vertrag festgelegte Ziel von 240 Vermittlungen erreicht sein. Pro Person bekommt Maatwerk eine Provision 6000 Mark, allerdings nur, wenn die Firmen die neuen Mitarbeiter auch nach dem Probehalbjahr weiter beschäftigen. Dies geschah bisher rund 130 Mal, in rund 90 Fällen läuft die Frist noch. 61 Vermittlungen scheiterten.

Die bisherigen Einsparungen bei der Sozialhilfe hatten in etwa die gleiche Höhe wie die Provisionen von insgesamt 1,6 Millionen Mark. Vom kommenden Jahr wird Wilmersdorf als Folge des ersten Vertrags 200 000 Mark pro Monat sparen, wie Stadträtin Schmiedhofer schätzt. Der neue Vertrag sieht 60 weitere Vermittlungen bis zum Sommer vor. Im Bezirk gibt es rund 7400 Sozialhilfeempfänger, von denen zurzeit 200 in der Maatwerk-Kartei stehen.

Eine "stolze Erfolgsbilanz" attestiert auch Sozialstadtrat Maier in Charlottenburg den Arbeitsvermittlern. Der geplante Vertrag ändere nichts an der bestehenden Zusammenarbeit des Bezirksamts mit mehreren Beschäftigungsgesellschaften. Diese bemühen sich ebenfalls um feste Jobs für einen Teil der rund 17 000 Sozialhilfeempfänger in Charlottenburg. "Wir können jede Unterstützung gebrauchen", betonte Udo Maier.

In Reinickendorf liegt die Zahl der Sozialhilfeempfänger ebenfalls bei rund 17 000. "Wir haben die Erfahrungen in Wilmersdorf ausgewertet und meinen, dass es sich im Endergebnis sehr wohl rechnet und lohnt", sagte Sozialdezernent Balzer.

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