Berlin : Flüchtiger Raubmörder wieder gefasst - Er verschwand aus einer Drogentherapie

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Ein Raubmörder, der als Ersatz für einen Teil seiner Haftstrafe im Juni 2005 eine Drogentherapie begann, diese abbrach und verschwand, ist am Montag von Kripobeamten festgenommen worden. Er konnte aufgespürt werden, nachdem er sich telefonisch bei seiner Sachbearbeiterin in der Staatsanwaltschaft gemeldet hatte. Doch wie ist es möglich, dass der 39-jährige Raubmörder Uwe G. sieben Monate – nach eigenen Angaben teils im Ausland – untertauchen konnte, ohne dass die Öffentlichkeit gewarnt wurde?

Nach Angaben von Justizsprecher Björn Tetzlaff war nach G.’s Verschwinden wieder mit Haftbefehl nach ihm gefahndet worden. In einer Gefährdungsanalyse seien Fahnder und Justiz zum Ergebnis gekommen, dass Uwe G. „keine eindeutige Gefahr für die Bevölkerung darstellt“, sagte ein Polizeisprecher. G. hatte am 24. Dezember 1991 eine 55-Jährige in ihrer Wohnung beraubt und sie mit einem Kissen erstickt. Das Geld habe er gebraucht, um sich Drogen zu beschaffen. In so einem Fall versuche die Kripo zunächst mit „klassischen Fahndungsmethoden“, wie der Ermittlung im Umfeld, den Flüchtigen aufzuspüren. Eine Öffentlichkeitsfahndung sei auch deshalb nicht immer sinnvoll, „weil sich der Tatverdächtige dann in die Enge getrieben sieht und erst recht untertaucht“. Wären die klassischen Fahndungsmethoden, die aus taktischen Gründen nicht veröffentlicht werden sollen, ausgeschöpft gewesen, „hätte man sicherlich auch eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet“, hieß es.

Anders sei es bei Tatverdächtigen, deren Identität nicht bekannt ist. Hier werde die Öffentlichkeit per Zeugenaufruf und Phantombild um Hinweise gebeten, „damit die Fahnder überhaupt irgendwo ansetzen können“. tabu

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