Berlin : "Flüstergleise": Straßenbahnen werden leiser

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Die Straßenbahnen der BVG sollen leiser werden, doch für viele Anwohner kommen die neuen Erkenntnisse teilweise zu spät. Nach Protesten hat die BVG zwar ein neues Gleis entwickelt, das nach Angaben von Straßenbahnchef Wolfgang Predl den Lärm erheblich dämpft. Eingebaut werden kann es aber erst seit knapp zwei Jahren, weil die "Flüstergleise" vorher vom Senat nicht finanziell gefördert worden seien. Seit 1990 hatte die BVG deshalb einen erheblichen Teil ihrer Straßenbahngleise noch mit der alten Technik erneuert, die nun jahrelang liegen wird.

Leiser sollen auch die Bahnen selbst werden, wobei die neuesten Typen nach Ansicht vieler Anwohner die lautesten sind. Die von den modernen Niederflurbahnen entwickelten Geräusche werden subjektiv als besonders laut empfunden, sagte gestern BVG-Technikvorstand Hans-Heino Dubenkropp. Besondere Probleme gebe es mit Schwingungen, die man inzwischen aber im Griff habe. Gemeinsam mit der TU wolle man jetzt noch das Getriebe der Bahnen verbessern. Die Räder der Fahrzeuge, die "Berge und Täler" aufwiesen, werden jetzt regelmäßig gemessen und bei Bedarf geschliffen.

Zudem sollen die Fahrer in Problemzonen eine "Geräusch mindernde Fahrweise" praktizieren, wobei die Geschwindigkeit auch von der Polizei kontrolliert werden solle, wünscht sich die BVG. Dem steht allerdings entgegen, dass die BVG mit einem Millionenaufwand für Ampelanlagen ihre Straßenbahnstrecken beschleunigt hat. Zuletzt hatte, wie berichtet, Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) leisere Straßenbahnen von der BVG gefordert.

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