Berlin : Flughäfen: Studie schlägt Versteigerung von Landerechten vor

kt

Mehr Geld für die Flughafenbetreiber und mehr Lärm für die Anwohner könnte eine neue Regelung bei der Vergabe der Start- und Landezeiten bringen, wie sie TU-Professor Hans-Jürgen Ewers vorschlägt. Das neue Verfahren würde die Kapazität der Flughäfen besser ausnutzen und somit die Zahl der Starts und Landungen insgesamt erhöhen. Das eingenommene Geld solle zum Ausbau der Kapazitäten und zum Lärmschutz der Anwohner ausgegeben werden. So könnte auch der Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld mitfinanziert werden, wo man auf Passagiergebühren jetzt verzichten will. Auftraggeber der Studie war die Hochtief AirPort GmbH, die im Bewerberkonsortium für die Privatisierung der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) sitzt.

Die Start- und Landezeiten, die so genannten Slots, werden bisher nach "Großvaterrecht" zwei Mal im Jahr vergeben - in Deutschland vom Flugplan-Koordinator in Frankfurt (Main). Dabei behalten die Fluggesellschaften in der Regel die ihnen einmal zugeteilten Slots - ob sie sie nutzen oder nicht.

Ewers schlägt vor, die Gültigkeit der Slots zu befristen. Anschließend sollten sie versteigert werden. So hätten auch neue Fluggesellschaften die Chance, begehrte Zeiten für Starts und Landungen zu erhalten. Durch den dann einsetzenden Wettbewerb würden die Flugpreise sinken, ist Ewers überzeugt. Später könnten die Slots auch gehandelt werden. Zudem sollte auf überlasteten Flughäfen - dazu zählt Tegel - ein Kapazitätszuschlag eingeführt werden. Wie die Auktionserlöse aus den Slots sollten diese Einnahmen zwingend in den Ausbau der Infrastruktur des Flughafens und in den Lärm- und Umweltschutz gesteckt werden.

In Tegel würden so gut wie alle zugeteilten Slots in den begehrten Zeiten genutzt, sagte Flughafensprecher Eberhard Elie. Anlass der Studie war nach Angaben von Hochtief die Situation auf dem Düsseldorfer Flughafen, an dem Hochtief beteiligt ist. Durch das Nichtausnutzen von Slots entstünde dort ein Einnahmeausfall in Höhe von jährlich etwa 30 Millionen Mark.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben