Berlin : Flughäfen: Verdi fordert mehr Geld für Sicherheit

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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat vor den Folgen von Lohndumping im Sicherheitsbereich auf Flughäfen gewarnt. Dieser führe über "kurz oder lang zu Sicherheitsmängeln und qualitativen Einbußen". Aus diesem Grund forderte die Gewerkschaft gestern, die Vergabe von Sicherheitsleistungen bundeseinheitlich zu regeln, einheitliche Löhne sowie Leistungskataloge und Qualitätskriterien festzulegen. Zudem sollen nach Auffassug von Verdi Aufträge nur an Unternehmen vergeben werden, die ihre Beschäftigten nach Tarif bezahlen. Denn langjährige Erfahrungen zeigten, dass Neuausschreibungen in den letzten Jahren unter großem Kostendruck stattfanden. Immer mehr "schwarze Schafe" drängten auf den Markt, die mit schlecht ausgebildeten und wenig motivierten Kräften arbeiteten.

Auf den drei Berliner Flughäfen kontrollieren private Firmen die Fluggäste und das Hand- und Reisegepäck. Am Flughafen Tegel ist die Firma Securitas mit 430 Mitarbeitern tätig, in Tempelhof sind es 30 Beschäftigte der Firma DSW, und in Schönefeld ist die GSL (70 Beschäftigte) zuständig. Die Bezahlung der Mitarbeiter ist nach Angaben des Tegeler Securitas-Betriebsratschefs Stephan Göpel auf den drei Flughäfen unterschiedlich. Während die Securitas-Beschäftigten in Tegel 18,60 Mark Stundenlohn erhalten, bekommen die GSL-Kontrolleure in Schönefeld lediglich 13 Mark. Langjährige Beschäftigte in Tempelhof kommen auf 20,59 Mark. Nach Göpels Angaben ist auch die Höhe der Bezahlung dafür ausschlaggebend, ob man qualifiziertes Personal bekommt. Voraussetzungen seien normalerweise eine Berufsausbildung und stabile Familienverhältnisse. Zu Beginn mache man einen sechs- bis achtwöchigen Lehrgang mit Theorie- und Praxis-Elementen. Danach muss eine Prüfung beim BGS absolviert werden, bei der unter anderem präparierte Gepäckstücke zu untersuchen sind. Parallel zu dem Kursus findet die Überprüfung durch das Landeskriminalamt statt. Erst wenn beides ohne Beanstandungen überstanden ist, erhält man den Flughafenausweis, mit dem man dann Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen hat. Nach den Terrroranschlägen in den Vereinigten Staaten wurden nach Angaben der Innenverwaltung Beschäftigte, auf die bestimmte Kriterien zutreffen, noch einmal überprüft. Dabei wurde auch der Verfassungsschutz aktiv.

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