Fördergelder : Kosten fürs Kiezmanagement: Mitte und Neukölln sind Spitze

34 Berliner Quartiere werden mit Geld aus Eu-, Bundes- und Landesmitteln gefördert. Über die Hälfte der Mittel wurden für die Verbesserung der sozialen Infrastruktur und für einen schöneren Wohn- und Lebensraum ausgegeben.

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Schwunghafter Drogenhandel in U-Bahnhöfen, schlechte Einkaufsmöglichkeiten und verwahrloste Grünflächen: das ist die Brunnenstraße in Wedding. Ein Netzwerk aus zehn Kitas, ein Zentrum zum Deutsch lernen, Kiezmütter und eine Initiative gegen den Drogenmissbrauch – auch das ist die Brunnenstraße. Kein Berliner Kiez bekam 2010 so viel Geld aus EU-, Bundes- und Landesmitteln für das Quartiersmanagement, das in dem Stadtviertel 2005 eingerichtet wurde. Nämlich 2,6 Millionen Euro für 16 ganz verschiedene Projekte.

Momentan werden 34 Quartiere in Berlin gefördert. Im vergangenen Jahr standen dafür 21,1 Millionen Euro für 370 Projekte zur Verfügung, geht aus einem neuen Bericht der Stadtentwicklungsbehörde an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hervor. Hinzu kamen 1,7 Millionen Euro für die „Aktionsräume plus“, also jene Stadtgebiete, die besonders hilfsbedürftig sind. Jeweils ein Viertel dieser Mittel flossen nach Mitte und Neukölln. Jeder sechste Euro kam dem Quartiersmanagement in Reinickendorf zugute. Die restlichen Mittel teilen sich Kieze in Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Tempelhof-Schöneberg.

Über die Hälfte der Fördergelder wurden für die Verbesserung der sozialen Infrastruktur und für einen schöneren Wohn- und Lebensraum ausgegeben. Der Rest für Bildung und Kultur, Fort- und Weiterbildung, Integration, für Gesundheit, Sport und innere Sicherheit. Dazu gehören so einfache Sachen wie ein Bürgerfrühstück im Gleimviertel, Malen für Jung und Alt in der Neustadt oder das Boxtraining für Kinder am Letteplatz.

Vorgeschlagen werden die Projekte von den Bezirksämtern, aber der Senat hat im relativ komplizierten Auswahlverfahren das letzte Wort. Im laufenden Jahr stehen 22,9 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. In den Bezirken selbst werden die Bezirksverordneten unterschiedlich intensiv einbezogen. Das reicht vom Einsichtsrecht in die Gremienprotokolle bis zur regelmäßigen Besprechung im BVV-Fachausschuss.

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