• Fortschrittlichste Mehrzweckhalle Europas: Eine Luxusarena für Spiel, Spaß und Spannung

Berlin : Fortschrittlichste Mehrzweckhalle Europas: Eine Luxusarena für Spiel, Spaß und Spannung

Rainer W. During

"Das wird die fortschrittlichste Mehrzweckhalle Europas, ja der Welt", sagt Harry Harkimo. Der Vorstandschef des finnischen Jokerit-Sportkonzerns schwelgt in Superlativen, wenn er von der geplanten Berlin-Arena spricht. Rund 200 Millionen Mark sollen in den geplanten Veranstaltungstempel in Siemensstadt investiert werden, der mit 19 000 Besucherplätzen zur neuen Hauptstadt-Attraktion werden soll. Während im Bezirk Spandau bereits die vorgezogene Bürgerbeteiligung des Bebauungsplanverfahrens läuft, wollen die Partner der "Mehrzweckhalle Berlin GbR" mit einer Machbarkeitsstudie bis zum Jahresende klären, ob Bau- und Betriebskosten mit den zu erwartenden Einnahmen im richtigen Verhältnis stehen. Bei einem Baubeginn im Frühjahr 2002 könnte die Berlin-Arena dann im Herbst 2003 eröffnet werden.

Jokerit betreibt in Helsinki nicht nur die kleinere Hartwall-Arena und das Finnair-Stadion, sondern besitzt auch eigene Eishockey-Teams in Finnland, Schweden und Großbritannien sowie den Fußballclub FC Jokerit, eine Ticket-Verkaufsagentur und eine Veranstaltungsgesellschaft. In der Hansestadt entscheidet der Senat morgen über den geplanten Bau der Hamburg-Arena mit 14 000 Plätzen, für die Harkimo einen eigenen Eishockey-Profiverein gründen will. In Berlin erwägt er eine Beteiligung an den Berlin Capitals, deren Hauptgesellschafter Dietrich Banghard bereits als Geschäftspartner im Konsortium für die Arena-Finanzierung zuständig ist. Für Projektentwicklung und Baudurchführung zeichnet die deutsche Tochter des schwedischen Baukonzerns NCC verantwortlich, Siemens steuert Grundstück und Gebäudetechnik bei, Jokerit wird als Betreiber fungieren.

Im Gegensatz zu anderen Vorhaben wird kein landeseigenes Grundstück benötigt, die Finanzierung soll rein privat erfolgen. Man sei auf Wettbewerb vorbereitet, erwarte aber, dass der Senat auch dem im Ostteil der Stadt geplanten Konkurrenzprojekt der Anschutz-Gruppe keine Subventionen gewährt, sagte Dieter Hörtreiter von der Siemens Immobilien-Management-GmbH.

Die Berlin-Arena soll auf Industrie-Vorhalteflächen von Siemens genau an der Paulsternstraße Ecke Nonnendammallee entstehen. Durch Abhängen des Oberranges kann die Besucherzahl bei kleineren Veranstaltungen auf 8000 reduziert werden. Zwischen den beiden Rängen sind 150 Logen mit angrenzenden Aufenthaltsräumen sowie 3000 so genannte Business-Seats mit separater, exklusiver Gastronomie vorgesehen. Die Logen sollen an Firmen vermietet werden, die hier ihre Gäste in besonderer Atmosphäre bewirten können. Erlebnisgastronomie, ein Veranstaltungszentrum, eine kleinere Trainingshalle für die Capitals, Hotel, Büros und Parkhaus runden das Konzept ab, in das auch die Western-Stadt "Old-Texas-Town" integriert wird. Weichen müssen dagegen die Pächter der Arbeitnehmer-Kleingärten, denen der Bezirk bei der Vermittlung neuer Parzellen helfen will.

Mindestens 180 Veranstaltungen pro Jahr sollen in der Berlin-Arena stattfinden. Ein Drittel davon werden Konzerte sein, mit je 17 Prozent Anteil sollen die Eishockeyspiele der Capitals und Ballsportarten - hier sieht man auch eine Alternative für die Alba-Basketballer - folgen. Den Rest machen andere Sport- und Entertainmentarten sowie Firmenveranstaltungen aus. Harry Harkimo ist vom Erfolg der Berlin-Arena überzeugt. "Das ist das beste Projekt, an dem ich mich bisher beteiligt habe".

In Spandau wurden die Pläne gestern Abend vorgestellt. Noch bis zum 27. Oktober können die Unterlagen des Bebauungsplanes werktags von 9 bis 15 Uhr (freitags bis 14 Uhr) in der Säulenhalle des Rathauses an der Carl-Schurz-Straße begutachtet und Anregungen eingebracht werden.

Alba überrascht

Alba Berlin reagierte gestern überrascht auf das Angebot der Investoren, in der neuen Mehrzweckhalle zu spielen. "Bisher hat es keinerlei Gespräch mit uns gegeben", sagte Manager Carsten Kerner. "Die Max-Schmeling-Halle ist optimal", erklärt Trainer Emir Mutapcic. Auch Marco Baldi ist überrascht. "Wir verschwenden keinen Gedanken in diese Richtung", sagt der Vizepräsident von Alba Berlin. Kein Vertreter der geplanten Halle habe mit dem Verein Kontakt aufgenommen.

Die Olympia-Sportstätten-Gesellschaft Berlin OSB, die die Max-Schmeling-Halle und das Velodrom betreibt, zeigte sich gelassen. Geschäftsführer Klaus Streckebach sagte, er habe in den letzten Jahren von vielen Hallenprojekten gehört, die sich angeblich gut gerechnet hätten, dann aber in der Versenkung verschwunden seien. Auch dieser Investor werde es nicht schaffen, die ökonomischen Gesetze auszuhebeln. "Ich glaube nicht an den Bau, bis ich ihn sehe", sagte Streckenbach.

Vom Eishockeyverein Eisbären hieß es, man verfolge mit der der amerikanischen Investorengruppe Anschutz weiterhin Pläne für den Bau einer Halle, es sei aber noch alles in der Schwebe. "Wenn wir eine Halle bauen, geben wir es bekannt".

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