Frage zur Wahl : Warum soll ich Sie als 18-Jähriger wählen?

Die Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Linkspartei/PDS, Bündnis 90/Grüne und FDP beziehen Stellung zu der Frage, warum 18-Jährige sie wählen sollten.

SPD: Klaus Wowereit



Gerade für junge Berlinerinnen und Berliner habe ich mich in den vergangenen Jahren stark gemacht. Das will ich auch in Zukunft tun. Unser Ziel ist ein Bildungswesen, das soziale Ausgrenzung vermeidet und das sich national wie international sehen lassen kann. Wir wollen Integration durch Bildung, weniger Schulabbrecher, eine stärkere Berufsorientierung der Schule, mehr junge Menschen mit Abitur, bessere Studienbedingungen und kürzere Ausbildungszeiten. Und wir wollen eine tolerante Stadt, in der wir durch Offenheit und gegenseitiges Verständnis Rechtsextremismus im Keim ersticken.

CDU: Friedbert Pflüger

Jugendliche brauchen Perspektive. Nichts ist bedrückender als die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Deshalb will ich mehr für Arbeits- und Ausbildungsplätze in Berlin tun. Bildung ist Zukunft: Jährlich 600.000 Stunden Unterrichtsausfall sind ein Skandal. Ich stehe für eine Unterrichtsgarantie. Rot-Rot hat 8000 Jugendliche aus der Jugendhilfe geworfen, 100 Jugendeinrichtungen geschlossen, das Jugendaufbauwerk abgewickelt. Ich nehme Jugendliche ernst! Die Absenkung des Wahlalters für die Bezirkswahlen ist richtig. Jugendliche können ihren Einfluss geltend machen. Sie müssen aber auch die Chance nutzen und wählen gehen.

Die Linke/PDS: Harald Wolf

Weil für mich soziale Gerechtigkeit der Dreh- und Angelpunkt ist. Berlin ist eine kreative und spannende Stadt, gerade auch für junge Leute. Ich möchte, dass sie ihr Leben nach ihren eigenen Wünschen gestalten können. Alle brauchen eine Chance. Darum streite ich mich auch mit Unternehmen um mehr Lehrstellen und lehne Studiengebühren ab. Ich bin strikt dagegen, dass junge Menschen für ihre Eltern aufkommen müssen, und will erreichen, dass Männer wie Frauen Beruf und Familie vereinbaren können - gleichberechtigt. Ich kämpfe gegen Rechtsextremismus und für Respekt und Toleranz.

BÜNDNIS 90/GRÜNE: Franziska Eichstädt-Bohlig

Ich engagiere mich für bessere Zukunftschancen gerade für die junge Generation und möchte, dass alle Jugendlichen Chancen in und nach der Schule haben. Alle müssen einen Ausbildungs- und Studienplatz erhalten. Wir wollen eine Ausbildungsagentur einrichten, die schon in der Schule Beratungen anbietet. Die Zahl der ausfinanzierten Studienplätze wollen wir wieder auf 100.000 anheben, Studiengebühren lehnen wir ab. Um all das zu bezahlen, wollen wir jeden fünften Euro an Mehreinnahmen in die Bildung stecken. Außerdem: Wir kämpfen mit aller Kraft gegen Rechtsextremismus, Nazis haben in unserer Stadt nichts zu suchen.

FDP: Martin Lindner

Gerade Jugendliche brauchen eine solide Politik, auf die sie ihre Zukunft bauen können. Wir stehen für eine zukunftsorientierte Politik. Ich will die Weichen stellen für mehr Innovation und Wettbewerb - damit Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft wieder eine Zukunft in Berlin haben. Nur mit modernen Bildungseinrichtungen und gesunden Unternehmen entstehen dringend gebrauchte Arbeitsplätze und damit Perspektiven für die jungen Bürger der Stadt Berlin. Jugendarbeitslosigkeit und Kinderarmut haben keinen Platz in dieser Stadt. Das liegt mir am Herzen, und dafür setze ich mich ein. (Tsp)

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