Berlin : Freundschaftsspiel

Berliner Schüler beschäftigten sich mit dem Thema Gewalt beim Fußball Deutsch-französisches Projekt wird begleitet von einem Schüler-Länderspiel

Katja Gartz

„Nein zur Gewalt – Ja zum Spiel“ hat Zeynep Caliskan in großen Buchstaben auf ihr T-Shirt geschrieben. „Die Menschen sind verschieden, aber der Fußball verbindet sie alle“, steht auf der Rückseite.

„Man kann immer etwas gegen Gewalt unternehmen“, sagt die 14-Jährige. Ihr T-Shirt ist ein Ergebnis des Schulprojektes „Integration und Gewaltprävention“, das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gemeinsam mit der Senatsbildungsverwaltung und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk ins Leben rief. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Slogans gegen Gewalt überlegten sich Schüler der Wildmeister-Liebig- und der Hermann-von-Helmholtz-Oberschule gemeinsam mit ihren Austauschschülern aus Soyaux in Westfrankreich. Bei der französischen Schülerin Maité Desabre heißt es: „Wir schlagen nicht, wir spielen zusammen.“ Gemeinsam präsentierten sie ihre Werke bei der Abschlussveranstaltung am Mittwoch im Maison de France. „Fußball ist ein fantastisches Medium, um Menschen aus allen Ländern und Kulturen zusammenzubringen“, sagt Theo Zwanziger, Präsident des DFB, über das Projekt.

Zur Unterstützung der Schulen stellte der DFB Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Über 150 Schulen nahmen dieses Angebot an, rund 40 realisierten bereits Projekte. Zu den Themen Gewalt in und um Fußballstadien, Integration durch Fußball und Sport entstanden Plakate, Comics und Unterrichtskonzepte. Das Schulprojekt gehört zur Vorbereitung des Schüler-Länderspiels Deutschland – Frankreich, das am 30. Mai im Berliner Olympiastadion ausgetragen wird.

Der Abiturient Hendrik Lüttschwager informierte am Mittwoch das Publikum über Gewalt unter Fußballfans. „Präventiv wirken Fanprojekte, die Gewaltbeteiligte nicht isolieren“, sagt der Schüler der Marie-Curie-Oberschule. Andere Schüler des Gymnasiums untersuchten das Spiel TuS Makkabi gegen den VSG Glienicke im September des letzten Jahres. Spieler des jüdischen Teams Makkabi wurden von Fans der Gegenmannschaft mit antisemitischen Parolen beleidigt. „Weder der Schiedsrichter noch die Spieler des VSG Glienicke griffen ein“, berichteten Schüler.

„Die Vereine müssen stärker in die Pflicht genommen werden“, sagt Zwanziger. Künftig werde es mehr Schulungen für Fairplay und Toleranz geben und die Vernetzung mit Schulen gestärkt werden. Maria Böhmer, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, weist darauf hin, dass Fußball ein wichtiger Motor zur Integration ist. „Die Spieler sind aufeinander angewiesen und haben gemeinsam Erfolg“, sagt sie. Deshalb habe die Regierung den DFB in den nationalen Integrationsplan miteinbezogen.

Unterrichtsmaterialien können per Telefon unter 030/28 88 37 80 oder per E-Mail unter rocker@neueshandeln.de bestellt werden.

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