Berlin : Friedbert Pflüger will keinen eigenen Sitz im Abgeordnetenhaus

-

Der erste Mann der Union will auf einen Sitz im Abgeordnetenhaus verzichten, wenn er die Wahl am 17. September verliert. Wichtiger ist ihm das Bundestagsmandat , das er behalten will. Außerdem strebt Pflüger an, 2007 CDU-Landeschef und 2011 wieder Spitzenkandidat zu werden. Das bestätigte er gestern bei der Vorstellung seines Schattenkabinetts. Es könnte aber gut sein, dass der CDU-Kandidat auf das Mandat im Landesparlament gar nicht verzichten muss, weil er keines bekommt. Nach den aktuellen Meinungsumfragen muss die Union damit rechnen, in Neukölln nur drei Mandate zu bekommen. Das bestätigten Wahlstatistiker dem Tagesspiegel. Wie schon 2001 sind der Union die drei Wahlkreise im Neuköllner Süden relativ sicher, aber dort kandidiert Pflüger nicht. Dort kommen voraussichtlich die lokalen Größen Robbin Juhnke , Marion Kroll und Sascha Steuer zum Zuge. Im Wahlkreis 3 hingegen, wo Pflüger antritt, kann die sozialdemokratische Kandidatin Petra Hildebrandt guten Mutes sein, den 2001 eroberten Wahlkreis zu behaupten. In diesem Fall wäre der Spitzenmann der Union darauf angewiesen, über die Bezirksliste ins Abgeordnetenhaus zu kommen. Pflüger steht auf Platz 1 dieser Liste. 2001 wurde der Neuköllner CDU im Ergebnis einer komplizierten Wahlarithmethik ein solches Listenmandat zugeteilt. Aber nur mit knapper Not. Bei einem geringfügig schlechteren Ergebnis wäre es entfallen oder anderen Parteien zugeteilt worden. Genau dies könnte bei der bevorstehenden Wahl geschehen. Es sei denn, die SPD schneidet in einigen Stadtregionen so gut ab, dass viele überzählige Wahlkreismandate ( Überhangmandate ) anfallen, die wiederum zu Ausgleichsmandaten für die anderen Parteien führen, damit die Sitzverteilung im Parlament wieder stimmt. Somit könnte ein Wahlerfolg der SPD jenes Mandat für Pflüger retten, das er nur bei einem CDU-Wahlsieg braucht. za

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar