Berlin : Frohe Kunde

Claudia Keller

wundert sich über evangelische Journalisten-Seelsorge Die Anforderungen an Mitarbeiter in Großbetrieben wachsen täglich. Bei Pfarrern in der evangelischen Landeskirche ist das nicht anders. Was sollen sie nicht alles tun: Obdachlose speisen und Kranke trösten, gehaltvoll predigen und Spenden sammeln. Immer öfter müssen Pfarrer neuerdings auch noch Journalistenfragen beantworten. Damit sie sich nicht allein gelassen fühlen, hat Bischof Huber seinen Pfarrern nun eine „Erste Hilfe“ im Umgang mit Journalisten angeboten. „Pressekontakte in Krisenzeiten“ ist ein Merkblatt überschrieben, das die Pressestelle der Landeskirche jetzt an ihre Pfarrer verschickt. Man solle „nie spontan antworten“ steht da. Sich am besten mit Vorgesetzten abstimmen – und „kein allgemeines Wehklagen oder Schuldzuweisungen“. Schließlich ist die Welt schlecht, und die Medien übertreiben gern. „Schlechte Nachrichten gelten als gute Nachrichten“, wissen Hubers Sprecher. „Deshalb gibt es gegenüber der Presse keine Probleme, sondern Herausforderungen und Lösungen – und einen starken Glauben“, heißt es in der Empfehlung. Nein, ein Maulkorb sei das nicht. Man wolle lediglich erreichen, dass die Kirche mit einer Stimme spreche, sagt eine Sprecherin. Das versuchen die Katholiken seit 2000 Jahren – mit mäßigem Erfolg. Aber was der Papst nicht schafft, muss ja einem Huber nicht misslingen.

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