Berlin : Fuchs, du hast die Gans gestohlen

Ein Fuchs hat sich im Zoo die erste Beute dieses Winters geholt. In der Nacht zum Mittwoch habe ein Fuchs eine Brandgans gerissen, sagte Zoologe Ragnar Kühne . Der schlaue Dieb sei aber nicht zu fassen gewesen. "Nur die Spuren im Schnee haben wir sicher und Federn von der Beute."

Mindestens zwei Füchse, die aus dem benachbarten Tiergarten kämen, treiben sich laut Kühne auf dem Zoogelände herum. Der Förster, der täglich auf Pirsch ist, habe jedoch keinen vor die Flinte bekommen. Auch in die aufgestellten Fallen sei keines der räuberischen Tiere gegangen.

Für die Stadtfüchse, die sich auf dem grünen Areal im Herzen der Stadt im Sommer stark vermehrt hätten, sei in den letzten Tagen bei Schnee und Eis das Futter knapp geworden. Deshalb witterten sie im Zoo besonders in den Abendstunden und der Morgendämmerung reiche Beute.

Schon in den Vorjahren hatten die Raubtiere im ältesten Zoo Deutschlands geplündert, auch im letzten Winter fielen von den im Freien lebenden Gänsen und Enten einige den Füchsen zum Opfer. Dramatischer Höhepunkt für den Zoo: Im November 1997 mussten allein 14 Flamingos dran glauben.

Einige Dutzend gefährdeter Tiere wie Paradies-Kasarka, eine Gans-Art, Schwarzhalsschwäne und Meeresvögel wie Basstölpel mussten laut Kühne jetzt in geschützte Volieren umquartiert werden. "Das macht uns aber Kopfschmerzen", sagte der Zoologe.

Es sei aufwendig, dort die natürlichen Bedingungen wie offenes Wasser und Auslauf herzustellen. Diese Tiere, die sonst auch im Winter draußen lebten, müssten bis zum Frühjahr eingesperrt bleiben. "Sicher ist sicher", meinte Kühne.

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