Berlin : Führt Babymütze auf Spur des Täters?

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Auch drei Tage nachdem der mit 15 Messerstichen getötete Säugling in die Babyklappe des Krankenhauses Waldfriede gelegt wurde, ist die Polizei keinen entscheidenden Schritt weitergekommen. Erste Hinweise gingen mittlerweile zu der Mütze ein, die der wenige Tage alte Junge trug, als er in der Klinik anonym abgelegt wurde. „Wir brauchen vor allem Hinweise, wo der Strampler verkauft wurde“, sagte ein Ermittler vom Landeskriminalamt. Doch auch bei der Babymütze weiß die Kripo noch nicht, ob es Massenware ist oder selten verkauft wurde. „Insgesamt gingen bis jetzt nur sehr wenig Hinweise ein“, bedauerte der Kripomann, die Hemmschwelle ist offensichtlich zu hoch. „Wir freuen uns über jeden Anruf.“

Zeugen, die am Montag gegen 13.20 Uhr auf dem Gelände der Klinik an der Argentinischen Allee etwas Verdächtiges beobachtet haben könnten, meldeten sich noch nicht. Die Hinweise, die sich auf das Krankenhaus beziehen, sind „nichts, was man als wichtig einstufen könnte“, sagte der Ermittler.

Die Kripo überprüft jetzt den Verbleib aller in den letzten Tagen geborenen Kinder und fragt in allen Kliniken nach. Wie berichtet, war der Junge „mitteleuropäischen Aussehens“ fachgerecht abgenabelt, entweder also von einer Hebamme, in einem Krankenhaus oder von einer sehr erfahrenen Person.

Die Kripo ermittelt jetzt wegen Mordes und nicht wegen Totschlags. Schon die hohe Zahl der Stiche in den Brustbereich lasse die Tat nicht als Kurzschlusshandlung im Affekt erscheinen, hieß es. „Wer spontan einen Säugling tötet, erstickt ihn mit seiner Decke oder wirft ihn an die Wand“, sagte ein Experte. Hinweise an die Kripo unter 699 327 320 oder jede andere Polizeidienststelle. Jörn Hasselmann

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