• Für Berlin spricht die Qualität des Personals BASF wollte zunächst in Bratislava 500 Jobs schaffen

Berlin : Für Berlin spricht die Qualität des Personals BASF wollte zunächst in Bratislava 500 Jobs schaffen

Sabine Beikler

Berlin-Chemie, Viva und BASF: Das sind die Unternehmen, auf die das Land Berlin setzt. Alle drei haben versprochen, Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen. „Das ist ein positives Signal auch für andere Unternehmen“, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag im Beisein der BASF-Konzernspitze. Das weltweit tätige Chemie-Unternehmen kündigte an, in Berlin 500 Arbeitsplätze zu schaffen. Angesichts der dramatischen Arbeitslosenstatistik könne die Arbeitslosigkeit „nur gemeinsam mit Unternehmensführungen“ abgebaut werden, sagte Wowereit. „Neue Stellen sind die besten Antworten auf die Arbeitslosenzahlen.“ Auch PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf wertete das Engagement als „positive Tendenz in der Berliner Wirtschaft“.

Nicht nur Chemie und Musik bringen Schwung in die Stadt: Die Industrie in Berlin legte 2004 erstmals seit 1991 wieder zu. Wachstumsträger sind nach einer Studie der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft die Medizintechnik, der Fahrzeugbau und die Chemische Industrie. Einer der Leuchttürme des industriellen Wiederaufschwungs ist der Pharma-Hersteller Berlin-Chemie, der am Montag ankündigt hatte, 500 neue Stellen zu schaffen. Am gleichen Tag erklärte der Kölner Musiksender Viva, sein TV-Geschäft künftig in Berlin zu konzentrieren. 45 Mitarbeiter werden von Köln an die Spree ziehen. Damit werde Berlin nach der Ansiedlung von Universal, MTV und der Popkomm zur „unbestrittenen Musikhauptstadt“, sagte Wowereit. Köln hat das Nachsehen: Dort werden 120 von 600 Mitarbeitern entlassen.

Auch die BASF wird sich in Berlin engagieren. Der Konzern plant im Ostteil ein Dienstleistungszentrum mit bis zu 600 neuen Arbeitsplätzen. Der genaue Standort steht aber noch nicht fest. Das „European Shared Service Center“ soll bis 2007 das Finanz- und Rechnungswesen für über 100 europäische Tochterfirmen mit Ausnahme des Stammwerks Ludwigshafen übernehmen. BASF will nach Angaben von Eggert Voscherau, stellvertretender BASF-Vorstandsvorsitzender, in Berlin 50 bis 60 Millionen Euro investieren. Auf Gelder aus der Wirtschaftsförderung wird BASF verzichten. Für Berlin habe auch das Angebot an gut qualifizierten Arbeitskräften gesprochen, sagte BASF-Personalchef Hans-Carsten Hansen. Berlin stand aber nicht von Anfang an an erster Stelle. Wie aus Gewerkschaftskreisen verlautet, hatte die Konzernspitze zunächst die slowakische Hauptstadt Bratislava favorisiert. Nur durch ein neues Tarifvertragssystem habe man die BASF-Spitze umstimmen können.

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