Fußball-WM 2006 : Fifa entrümpelt WM-Siegerpodest in Berlin

Die Reste der Fußball-WM 2006 liegen im Olympiapark in Berlin herum. Hier hat der Fußball-Weltverband offenbar das Siegerpodest entsorgt. Eine Glosse.

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Italiens Fußballer bejubeln 2006 im Olympiastadion ihren Titel. Im Hintergrund: das Siegerpodest.
Italiens Fußballer bejubeln 2006 im Olympiastadion ihren Titel. Im Hintergrund: das Siegerpodest.Foto: picture-alliance/ dpa

Der Ball ist rund, das Tor ist eckig – und guter Fußball ist oft dreckig. Das hat sich wohl auch der Welt-Korruptionsverband Fifa gedacht, der zwar seine schmutzige Wäsche nicht mehr verstecken kann, aber dafür anderes überschüssiges Material achtlos in die Ecke wirft. Im Olympiapark jedenfalls, wo Hertha BSC möglichst bald mit einem neuen Fußballstadion das Zeitalter des real existierenden Fußballkapitalismus in Berlin beginnen will, hat sich jetzt das Siegerpodest der WM 2006 angefunden.

Ist das Sperrmüll oder kann das weg?

Zwischen vermoostem Gestrüpp und bröckelndem Gemäuer blitzen in der Frühlingssonne die Überreste des Sommermärchens aus der Vergangenheit hervor: Das Siegerpodest – ganz gegenwärtig bei Facebook festgehalten vom Sprecher der Innenverwaltung Martin Pallgen – vergammelt als Mahnmal für die Vergänglichkeit des sportlichen Ruhms, den sich damals Italien errumpelte.

Hauptsache Italien. 2006 bejubelten auf diesem Podest die Rumpelfußballer den WM-Titel, jetzt liegt es im Olympiapark als Gerümpel rum.
Hauptsache Italien. 2006 bejubelten auf diesem Podest die Rumpelfußballer den WM-Titel, jetzt liegt es im Olympiapark als Gerümpel...Foto: Martin Pallgen/Facebook

Ist das Sperrmüll oder kann das weg? In Berlin ist die Antwort auf diese Frage klar: weder, noch.

Immerhin zeigt die Fifa endlich, dass sie lernfähig ist. Wollte sie 2006 noch deutsches WM-Bier und Berliner Weltmeister-Schrippen verbieten, hat sie jetzt, elf Jahre später, die Stadt doch noch verstanden: Erst wird alles verjubelt – und was von der Party übrig bleibt, stellt man raus an die Sonne. Einer wird es schon brauchen können – im Zweifel ein Fan des italienischen Rümpelfußballs.

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