Berlin : Fußgänger im Autotunnel unterm Tiergarten

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Die Verkehrsplaner bleiben gelassen: Auch wenn der am vergangenen Sonntag eröffnete, 390 Millionen Euro teure Tiergartentunnel die Autofahrer noch nicht in Massen anzieht, bleiben sie überzeugt davon, dass der Bau richtig war. An der Prognose, dass mittelfristig bis zu 50 000 Autos täglich durch die neuen Röhren fahren werden, halten sie fest. Derzeit sind es erheblich weniger; zu den befürchteten Staus vor allem an den Zufahrtsstraßen ist es bisher nicht gekommen. Dafür mussten aber bereits mehrere Fußgänger, die durch den Tunnel spazieren wollten, von der Polizei herausgeholt werden. Auch wenn noch wenig los ist, bleiben die Röhren den Autos vorbehalten.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte bereits vor der Eröffnung vorausgesagt, dass die Autofahrer sich erst an die neue Verbindung gewöhnen müssten. Vor allem im Norden ist die Zufahrt zum Tunnel für viele Autofahrer noch ein ungewohnter Weg. Die Heidestraße, von der die Tunnelzufahrt kurz vor der Invalidenstraße abzweigt, war in den vergangenen Jahren kaum noch als Nord-Süd-Verbindungsstrecke genutzt worden, weil es wegen der vielen Baustellen im Bereich um den künftigen Hauptbahnhof – und wegen des Tunnelbaus – zu vielen Sperrungen und Umleitungen in diesem Bereich gekommen war.

Deshalb hatten sich die meisten Autofahrer andere Verbindungen gesucht und sich seit Jahren daran gewöhnt. Ausweichrouten führten über den Großen Stern im Tiergarten, aber auch über die Chaussee- und die Friedrichstraße. Diese Gewohnheit scheinen viele Autofahrer noch nicht aufgegeben zu haben. Der ADAC und die Verkehrsverwaltung hatten vor der Eröffnung davor gewarnt, in den ersten Tagen so genannte Schnupperfahrten zu unternehmen, um befürchtete Staus zu vermeiden. kt

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