Gänsebraten-Lauf vom SCC : Joggen gegen Pfunde: Der Lauf nach dem Schmaus

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Was haben Kinder schon alles über den Weihnachtsmann gehört. Dicklich soll er sein, mit Rauschebart und Rute. Dass er ihnen in neonfarbenen Turnschuhen und einer Gans aus Pappmaché in der Hand einmal im Wald entgegenjoggen würde, damit haben wohl die wenigsten gerechnet. Perplex starren sie dem Herrn hinterher, der da an ihnen "HoHoHo" brummend vorbeirennt. Wolfgang Paech heißt der Mann und war gestern die Attraktion des "Gänsebraten-Vernichtungslaufs" am Teufelsberg in Charlottenburg. Der gemästete Körper sollte wieder gespürt werden, die frischen Pfunde sollten runter. Da gibt es nichts Schöneres, als sich am zweiten Weihnachtsfeiertag morgens am Mommsenstadion zu treffen, um über die schneebedeckten Waldwege zu traben. Franz Feddema zum Beispiel, einer der Organisatoren des Laufs, hatte einiges wegzurennen: Gans, Grün- und Rotkohl, Klöße, Baumkuchen und Kekse. Feddama hat eineinhalb Kilo zugenommen. Dass die Kalorien verbrannt werden müssen, ist ihm klar. Allerdings, so relativiert er: "Heute ist das alles nur Spaß. Hauptsache wir bewegen uns alle." Ähnlich sieht es Bernd Hübner. "Nachmittags sitzen wir eh wieder mit der Familie zusammen", sagt er und schiebt sich eine Schokoladenkugel in den Mund.

Dann geht es los. Das Tempo ist eher gemächlich. Knapp eineinhalb Stunden brauchen die 60 Läufer für die zwölf Kilometer. Robert Berger aus Charlottenburg wäre gern etwas flotter gerannt. Der 18-Jährige läuft sonst für sein College im US-Bundesstaat Minnesota und ist nur über die Feiertage in Berlin. "Ich wusste nur nicht, wo es langgeht", sagt er. Auf Wegmarkierungen haben die Veranstalter verzichtet, Gewinner oder Verlierer gibt es eh nicht. "Da hätte man eigentlich noch eine Schneeballschlacht einbauen können", sagt Berger.

Jürgen Roscher wäre dann vermutlich kalt geworden. Der 60-Jährige joggt die Strecke als Einziger in kurzen Hosen. "Ich laufe jetzt bald meinen 300. Marathon", sagt er. "Mit dem heutigen Lauf habe ich keine Probleme." Dafür haben die anderen Läufer ein Problem mit ihm: Roscher riecht ein wenig. "Gestern gab es Hammel-Koteletts mit viel Knoblauch."

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