Berlin : Ganz großer Käse

Helge Schneider gab einen Vorgeschmack auf seine Show im Admiralspalast

Sebastian Leber

Zwei Scheiben Graubrot, dazwischen Gouda, daumendick. Selbst reinbeißen möchte man da nicht, vor allem, wenn man sieht, wie der Mann mit den Zottelhaaren darauf rumpatscht. Und dazu sein neues Lied singt: „Käsebrot ist ein gutes Brot, Käsebrot ist ein gutes Brot, sexy, sexy Käsebrot.“

Helge Schneider ist zurück. Mitte Dezember geht der Entertainer mit neuer Liveband auf Deutschlandtour. Ab dem 25. Dezember ist er zwei Wochen lang im Admiralspalast zu Gast. Deshalb stand er am Mittwochmittag schon mal in der Friedrichstraße auf der Bühne und stellte einige unveröffentlichte Songs vor. Das jazzige „Käsebrot“ könnte ein Ohrwurm werden, vielleicht sogar ein neuer Hit. Von denen hatte Schneider in den letzten 13 Jahren eine Menge, und erstaunlich viele handelten von Lebensmitteln: Das „Möhrchen-Lied“, „Es gibt Reis, Baby“, „Bonbon aus Wurst“. Immer mit Texten, bei denen man nicht weiß, ob sich Schneider selbst lächerlich oder über sein Publikum lustig macht. „Natürlich steckt ein tieferer Sinn dahinter“, sagt er, nur sei es nicht „Aufgabe des Künstlers, die verschiedenen Ebenen seiner Werke zu erklären“. Wenn es in „Käsebrot“ tatsächlich welche gibt, hat Schneider sie gut versteckt.

Über die Shows im Dezember verrät er nicht viel. „I brake together“ lautet das Motto, für den 51-Jährigen heißt das übersetzt: „Ich breche zusammen“. Ein „bunter Abend mit Niveau“ soll es werden. Und wenn Schneider „Niveau“ verspricht, kann man davon ausgehen, dass er keine Peinlichkeit auslassen wird. Die Höhepunkte des Programms? „Keine Ahnung“, sagt er. Dann fällt ihm doch noch ein, worum es in der Show geht: „Quatsch machen“. Und die neuen Songs spielen. Aber auch die alten, die „kann ich alle auf Zuruf“. Selbst „Katzeklo“, mit dem er 1993 bekannt wurde, wird er singen. Obwohl Kater Fritz, einst Inspiration für den Hit, inzwischen verstorben ist. Das arme Tier ist ausgerutscht. Vom Fenstersims der Berliner Wohnung von Schneiders Tochter Farina. Und die wohnt im vierten Stock.

Schneiders Gastspiel im Admiralspalast wird sein zweiter großer Auftritt in Berlin in diesem Jahr. Im März war er bei den Dreharbeiten zu Dani Levys Komödie „Mein Führer“ dabei, salutierte als Adolf Hitler verkleidet vor dem Dom. Am 4. Januar kommt der Film in die Kinos. Die Premiere muss wohl ohne Schneider stattfinden: In der Woche tritt er jeden Abend in der Friedrichstraße auf, „und außerdem kann ich Rote Teppiche nicht leiden“.

Das Gastspiel geht vom 25. Dezember bis 7. Januar. Infos unter Tel: 47 99 74 99.

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