Gastronomie : Pankower Ekelliste jetzt mit Fotos

Der Bezirk veröffentlicht ab Freitag Aufnahmen der Ekelbetriebe in Pankow auf seiner Internetseite. Die bisherige Liste soll ebenfalls aktualisiert werden und könnte damit einen neuen Rekordstand erreichen.

Werner Kurzlechner
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Mausefallen im Waschbecken. Diese Pankower Gaststätte hat offenbar ungebetenen Besuch von Nagetieren. -Foto: Veterinäramt Pankow

Von heutigem Freitag an können sich Bürger selbst ein Bild von den Zuständen in jenen Lokalen machen, die das Pankower Bezirksamt auf seiner Ekelliste im Internet führt. Gegen zwölf Uhr sollen erstmals Fotos ins Netz gestellt werden, die die bislang nur in Stichpunkten beschriebenen hygienischen Mängel zu jedem einzelnen Gastronomiebetrieb veranschaulichen, kündigte Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) an.

Seit Anfang März veröffentlicht der Bezirk in seiner Negativliste auf www.berlin.de/pankow die Namen von Betrieben, die bei Kontrollen negativ auffielen. Derzeit sind dort 23 Betriebe aufgeführt, neben Gaststätten werden auch Imbissbuden, Obst- und Gemüsehändler, Metzgereien sowie Bäckereien genannt. Die Liste wird ebenfalls am Freitag aktualisiert und könnte einen neuen Rekordstand erreichen. Rund 20 bislang nicht geführten Betrieben drohe demnächst ebenfalls eine Nennung, sagte Kirchner am Donnerstag: „Meine Leute prüfen allerdings jeden einzelnen Fall noch einmal.“

In einem Anhörungsverfahren können die Betriebe noch nachweisen, dass sie die amtlich festgestellten Mängel beseitigt haben. Bisheriger Höchststand waren 39 Nennungen gleich zu Beginn des Modellversuchs. Auf der Positivliste, die bereits seit Januar wegen vorbildlicher Sauberkeit mit einem Smiley ausgezeichnete Betriebe führt, stehen derzeit 13 Namen. Wie berichtet, hat ein Restaurantbetreiber, der gegen die Mängelveröffentlichung vor das Verwaltungsgericht ziehen wollte, seine Klage mittlerweile zurückgezogen. Das Gericht hatte ihm die Aussichtlosigkeit des Unterfangens deutlich gemacht. Die Pankower Negativliste für Gaststätten und Lebensmittelbetriebe läuft als Pilotprojekt in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Gesundheit.

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