GAZETELER Rückblick : Eifersucht und blinde Wut

Wie türkische Blätter über die Lankwitzer Bluttat berichteten

Suzan Gülfirat

Wie von Sinnen muss Metin C. zugestochen haben. Der Körper von Gamze C. sei mit Messerstichen übersät gewesen, sagte die Polizei. 20 Mal soll der Ehemann zugestochen haben, der seine Frau umbrachte, weil sie ihn offenbar verlassen wollte.

Auch die „Hürriyet“ berichtete über den Fall. „Das Verbrechen, dass die Berliner traurig stimmt“, so titelte die Zeitung. Der Anriss verwies weiter auf die Titelseite der Europa-Beilage. „Er konnte sie nicht zurückgewinnen, da brachte er sie um“, lautete die Überschrift über dem dortigen Text.

Die Tat hatte sich, wie berichtet, am vergangenen Mittwoch gegen 22.50 Uhr in einem Mehrfamilienhaus im Lankwitzer Kameradenweg ereignet. Ein Nachbar hörte Schreie in der Wohnung und klingelte an der Tür. Das 24-jährige Opfer öffnete und fiel ihm direkt in die Arme. Der 41-jährige Täter floh durch das Fenster, konnte jedoch gefasst werden und sitzt jetzt in Haft.

Die „Hürriyet“ ging nicht so weit ins Detail, hob die Geschichte aber doch dadurch hervor, dass sie sie auf der Titelseite ihrer Europa-Ausgabe brachte. Und sie platzierte darüber einen Bericht über einen ähnlichen Fall aus der Türkei. „Er stach auf seine Frau ein, weil er sie im Traum in den Armen eines anderen sah“, schrieb das Blatt dazu. Illustriert wurde dieser Text mit den Fotos einer hübschen jungen Frau und eines attraktiven jungen Mannes. „Durch den Traum wurde der Ehemann wach. Er nahm sich dann ein Messer und ging ins Bad, wo seine Frau gerade badete. Insgesamt 22 Mal stach er auf sie ein“, berichtete die „Hürriyet“. Danach sei er in die Wohnung seines Vaters gegangen. Auf dem Weg dorthin habe er noch einen Mann erstochen, der seinen Vater mal verprügelt hatte. Gegenüber der Polizei, die ihn in der Wohnung des Vaters fand, habe er einen wirren Eindruck gemacht. „Ich glaube, ich habe jemanden erstochen, hat er gestammelt“, schrieb die „Hürriyet.“

Die „Türkiye“ meldete nur den Fall aus Berlin. „Geschiedener Mann brachte Ehefrau in ihrer Wohnung um.“ Darunter wurde kurz über das Drama in Lankwitz berichtet. Suzan Gülfirat

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