Gazetler : "Hürriyet“ empört über Gewalt gegen türkischen Jugendlichen

In Duisburg soll ein 45-Jähriger einen türkischen Jungen mit einer Bierflasche verletzt haben und sich auf freiem Fuß befinden. Was wohl passiert wäre, wenn das ein Türke mit einem deutschen Jungen gemacht hätte, fragt der Vater in der Zeitung "Hürriyet".

Suzan Gülfirat

Mit dem Thema Jugendgewalt beschäftigtete sich die "Hürriyet“ in der vergangenen Woche auf ihre ganz eigene Art und Weise. Und das wird wohl mindestens noch so lange weitergehen, bis die Landtagswahlen in Hessen, Hamburg und Niedersachsen vorbei sind. "Warum ist der Deutsche, der diesen türkischen Jugendlichen verprügelt hat, in Freiheit?“, empörte sich die "Hürriyet“ am Sonntag auf ihrer Titelseite. Zu dieser Überschrift zeigte die Zeitung das Bild eines Jungen, dessen rechte Wange mit einem Pflaster verklebt und dessen linkes Handgelenk verbunden war. "Während Serkan A. hinter Eisenstangen festgehalten wird, weil er in der Metro in München einen Deutschen getreten hat, lässt Deutschland den Deutschen in Freiheit, der den 14-jährigen türkischen Jugendlichen Sadullah krankenhausreif geprügelt hat.“

Was genau geschehen ist, erfuhr der Leser im Innenteil der Zeitung. Laut "Hürriyet“ passierte der Vorfall in Duisburg. "Er hat mit einer Bierflasche zugeschlagen“, lautete die Überschrift über einem Foto des Jungen mit seiner Familie am Krankenbett. Couragierte Passanten hätten den 45-jährigen Deutschen so lange festgehalten, bis die Polizei eingetroffen sei, hieß es. Nach der Befragung sei der Mann jedoch wieder freigelassen worden. Der Mann sei betrunken gewesen und habe die Flasche vor seine Genitalien gehalten und unanständige Bewegungen gemacht. "Nachdem ich mich weggedreht hatte, spürte ich einen kräftigen Schlag auf meinem Kopf“, sagte der Junge. An den Rest könne er sich nicht mehr erinnern. Der Vater des Jungen fragt, was wohl passiert wäre, wenn das ein Türke mit einem deutschen Jungen gemacht hätte.

Darüber hinaus ging in der "Hürriyet“ auch der Wahlkampf weiter. "Ich schäme mich für Koch“, zitierte die Zeitung beispielsweise die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, am Mittwoch auf ihrer Titelseite. Am gleichen Tag berichtete das Blatt, dass SPD-Politiker die "Hürriyet“-Redaktion im hessischen Mörfelden-Walldorf besucht hätten.

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