Berlin : Gekonnt geklont

Im Schiller-Theater können Abba-Fans in süßen Erinnerungen schwelgen

-

Abba hallo! Das Quartett da auf der Bühne sieht der größten schwedischen Popband aller Zeiten wirklich ähnlich. Und vor allem klingen Isabell Davies alias Agnetha, Jennifer Robb (AnniFrid), Nigel Hart (Benny) und Mark Thomas (Björn) absolut authentisch. Schon beim Eröffnungsstück – natürlich kommt nur der 1974er Grand-Prix-Erfolg „Waterloo“ in Frage – geht eine Woge der Begeisterung durch die Reihen im Schiller-Theater. Als „Agnetha“ drei Songs später „Jetzt alle aufstehen und mittanzen!“ in den ausverkauften Saal ruft, springt das gesamte Publikum wie ein Mann auf, wirft die Arme hoch, klatscht und wippt mit, dass die Stühle wackeln.

Vor Beginn des Abends beim Flanieren im Foyer hätte man schwören können, das Staatstheater sei niemals geschlossen worden. Ältere Herrschaften in Schlips und Kragen dominieren das Bild, nippen bei gepflegter Konversation am Sektkelch. Von schrillen Seventies-Klamotten keine Spur, dafür jede Menge Rüschenblusen und Silberlocken. Kaum aber sind die Lichter verloschen, verwandelt sich der Zuschauerraum in eine Disco: Entfesselt singen die Damen und ihre Göttergatten mit bei „Money, Money, Money“, „Thank you for the Music“ oder „S.O.S.“. Die Abba-Darsteller, die mit der Tribute-Show nun schon seit über drei Jahren durch die Lande tingeln, sind sichtlich begeistert. Gegenseitig schaukelt man sich hoch, vor allem Nigel Hart traktiert wie wild seine Tasten.

Im Hochkulturtheater würde man „Abba Mania“ wohl eine werktreue Inszenierung nennen. So nah wie möglich wollen die vier Sänger ihren Vorbildern kommen – und genau das wollen die Leute sehen. In der perfekten Illusion der gekonnt geklonten Show werden Erinnerungen wach, 21 Megahits und zweieinhalb entfesselte Stunden lang. Bei „Fernando“ (mit Bühnen-Lagerfeuer!) schwelgt man in bittersüßer Weißt-Du- noch-Nostalgie, bei „Dancing Queen“ erwacht die Hitze von früher. Ein Riesenspaß - auch für Nachgeborene. FH

Weitere Aufführungen: bis 25.5 Mai sowie 3. - 12.6 Juni im Schiller-Theater. Karten unter: (01805) 601160

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar