Berlin : Geld der Lottostiftung: Glückssache

Lorenz Maroldt

Bisher sollten wir glauben, Berlin habe einen Kultursenator namens Stölzl. Das war nur die halbe Wahrheit, oder, noch genauer: nur ein Drittel der Wahrheit. Tatsächlich hat Berlin, das arme Berlin, ganz viele beflissene Politkultartisten, von denen zwei in einer ganz besonderen Kunst miteinander wetteifern: Geld verteilen wie zwei kleine Könige. Was der eine, der ernannte Senator, nur vage versprechen kann, lösen die anderen, die echten, aber geheimen Senatoren ein. Hier noch ein paar Millionen. Und dort noch ein paar mehr. Sie leben hoch, unsere Wohltäter Klaus I. und Klaus II.!

Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Landowsky und Wowereit, sind die beiden einflussreichsten Mitglieder des Lottobeirats. Und der hat mal wieder ausgeteilt. Diesmal zerfällt der Geldsegen in zwei Teile, wobei der eine dem eigentlichen Sinn der Sache durchaus entspricht, der andere aber eben diesen Sinn verhöhnt. Die Sammlung Berggruen wird der Beirat mit der höchsten Summe, die je gezahlt wurde, in Berlin halten können. Eine weise Entscheidung, nachdem schon der Bund erklärt hat, seinen Beitrag zu leisten. Hier musste gehandelt werden, und zwar schnell. Das geht in der Regel nicht über den Landeshaushalt. Für solche Fälle gibt es diesen Fonds. Und deshalb verschwindet das Geld der Lottostiftung auch nicht einfach in eben jenem Haushalt.

Was den anderen Teil betrifft, so liefert der Beirat gute Gründe, genau darüber - Überweisung der Mittel in den Haushalt - doch nachzudenken. Denn der Beirat ignoriert mit einigen Zuwendungen nicht nur den Willen des Parlaments, er wirkt ihm sogar entgegen. Diese landestypische Art des Lottos bringt der Stadt kein Glück.

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