• GEMEINSAMES LERNEN AN BERLINS SCHULEN: „Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif“

GEMEINSAMES LERNEN AN BERLINS SCHULEN : „Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif“

SPITZENPLATZ

Berliner Schulen nehmen nach den Worten von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bundesweit einen Spitzenplatz

beim Thema Inklusion ein. „Im letzten Schuljahr waren in Berlin erstmals mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im gemeinsamen Unterricht als in der Förderschule“,

sagte Scheeres. Die Integrationsquote betrug 52,1 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liege dagegen bei 24 Prozent. Scheeres wies Befürchtungen von Eltern und Lehrern zurück, dass behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam weniger lernen, wenn nicht mehr Lehrkräfte für den inklusiven Unterricht bereitgestellt würden. „Die leistungsstarken Kinder verlieren nichts von ihren kognitiven Fähigkeiten und die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf profitieren vom gemeinsamen Lernen.“ Zudem würden die Eltern die Wahl behalten, ob sie ihre Kinder integrativ in allgemeinbildenden Schulen beschulen lassen wollen.

ENTWICKLUNG

Scheeres räumte ein, dass es ein festes Inklusions- Modell noch nicht gebe. „Wir entwickeln zu verschiedenen Themenbereichen der Inklusion Konzepte.“ Sie bekräftigte, dass es die Integration von Kindern mit Förderbedarf „nicht zum Nulltarif“

gebe. Zudem verwies die Senatorin darauf, dass Berlin in diesem Jahr mit der Einrichtung von Beratungs- und Unterstützungszentren sowie einer Fortbildungsoffensive für die Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher an den Schulen starten wolle. „Wir werden Beratungs- und Unterstützungsangebote aufbauen und Qualifizierungsmaßnahmen für unser pädagogisches Personal durchführen.“ So würden vier Pilotprojekte in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf starten.

BERATUNG

Zudem sei geplant, in allen Bezirken Beratungs- und

Unterstützungszentren zum Schuljahr 2014/15 einzurichten, „die mit

der Schulpsychologie, der Regionalen Fortbildung, den Jugendämtern,

der Eltern-Familien-Beratung, dem Kinder-Jugend-Gesundheitsdienst, dem Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst und den Kinder- und Jugendambulanzen vernetzt werden“. Auch mit der Humboldt-Universität würden Gespräche über eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze für sonderpädagogische Förderschwerpunkte stattfinden. epd

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