Berlin : Gesamtschulen sollen nicht verglichen werden

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Betrifft: „Aus für Berlins Pisa-Nachtest“ im Tagesspiegel vom 4. Juni 2002

Nur der nationale Testteil von Pisa erlaubt Leistungs-Vergleiche unter den Schularten der deutschen Bundesländer. Zunächst hieß es, dass nur die Leistungen der Gymnasien der verschiedenen Länder der Bundesrepublik im Spätsommer 2002 veröffentlicht und verglichen werden sollen. Das machte schon misstrauisch, weil dadurch deutlich wurde, dass der bildungspolitisch wichtigere Leistungsvergleich zwischen Realschulen und den Gesamtschulen politisch nicht gewollt war. Die Verfechter der Gesamtschulen hassen Leistungstests! Obwohl sie wissen, dass die Gesamtschule nicht alle Erwartungen erfüllt, fordern sie die Einheitsschule für alle Schüler nun unter dem Deckmantel der Ganztagsschule.

Dadurch, dass in Berlin die Pisa-Nachtests nicht durchgeführt werden, ist nun endgültig klar geworden, dass es vor der Bundestagswahl im Herbst keine Möglichkeit mehr gibt, die Leistungen von Real- und Gesamtschülern innerhalb und außerhalb Berlins vergleichen zu können. Unter diesen Umständen wird auch deutlich, warum von „externer Evaluation" von Schulen sowie einem „Mittleren Bildungsabschluss“ (Realschulabschlussprüfung) nach Klasse 10 an allen Berliner Oberschulen entgegen der Koalitionsvereinbarung des Senats (Zitat: „Der mittlere Schulabschluss gilt für alle weiterführenden Schularten und soll die bundesweiten Standards zur Sicherung der Grund- und Kernqualifikationen in den zentralen Fächern sichern.") derzeit nichts zu hören ist.

Eike A. Detering (Landesvorsitzender des VDR-Berlin), Teltow

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