GESCHICHTE AUF DVD : Kabarettkarten gegen Schuhe

HAUPTSTADTGEFÜHLE

„Nirgendwo war der Osten westlicher als in Berlin“ – ein zentraler Satz in der RBB-Sendung „Ost- Berlin – Hauptstadt mit Mauer“ vom 12. August 2006. Darin wurde dem Lebensgefühl in Ost-Berlin in der sich ihrem Ende entgegenneigenden DDR nachgeforscht, in vielen Interviews mit Ost-Berlinern. Ihr Urteil über die Mauer-Vergangenheit fällt sehr gemischt aus. Wer damals gut in den sozialistischen Alltag eingebunden war, trauert ihm vielfach noch immer nach, aber das ist nicht wirklich überraschend. Spannend werden die Erinnerungen im Detail: Wenn beispielsweise erzählt wird, dass man für Karten der „Distel“ im Tausch schicke Schuhe bekam. Oder wenn eine Ost-Berliner Modefrau sich erinnert, wie sie von ihrem Büro aus per Fernglas nach Westen linste, um sich dort, wiederum in einer Firma der Modebranche, Inspirationen für die eigenen Arbeit zu holen. Die Sendung ist jetzt auf DVD erhältlich, ergänzt um eine ARD-Sendung vom 21. Juni 1987: „Zwischen Brandenburger Tor und Marzahn – Ost-Berlin verändert sein Gesicht“. Geschildert wird die bauliche Um- und Neugestaltung Ost-Berlins in den achtziger Jahren, im Vorfeld der 750-Jahr-Feier.

DIE EDITION

Die hier vorgestellte DVD ist Teil der zwölfteiligen Edition „Die Berliner Mauer“. Der RBB veröffentlicht in Kooperation mit dem Tagesspiegel in den Monaten bis zum Mauerfall-Jubiläum je eine DVD mit historischen Fernsehsendungen. Die Käufer können sich so ihr eigenes Fernseh-Archiv zu Bau, Alltag und Fall der Mauer zusammenstellen. Bevor diese DVDs in den allgemeinen Handel kommen, gibt es sie drei Wochen lang exklusiv im RBB-Shop (Kaiserdamm 80–81 in Charlottenburg oder unter www.rbb-online shop.de) und im Tagesspiegel- Shop (Potsdamer Str. 77 in Tiergarten oder unter www.tagesspiegel.de/shop) zum Einzelpreis von 14,99 Euro.

DAS NÄCHSTE THEMA

Die nächste DVD erscheint am 5. Juni. Thema ist dann der „Aufbruch im Osten“ in den Jahren 1987 bis 1989. Quelle ist das Archiv des ARD-Politikmagazins „Kontraste“, das der DDR-Opposition besonders viel Raum gegeben hatte. Unter großer Gefahr erstellten DDR-Bürger damals Videos, Tonbänder, Fotos und Texte über Missstände in ihrem Land, die über die Grenze geschmuggelt und dann gesendet wurden. ac

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