Berlin : Geschmort und getrüffelt

Thomas Neeser vom „Lorenz Adlon“ kocht im November unser Donnerstagsmenü

Bernd Matthies

Das Hotel Adlon ist die erste Adresse der Stadt – und sein Luxusrestaurant „Lorenz Adlon“ gehört in die stark besetzte Berliner Spitzengruppe. Küchenchef Thomas Neeser hat seinen Stil behutsam entwickelt und ganz auf die Eigenart des Hauses und der Gäste abgestimmt. Ohne Luxusprodukte geht an diesem Ort nichts, das ist klar, und plakative Avantgardeexperimente würden von den Gästen vermutlich auch nicht verstanden – das überlässt er also gern den Kollegen. Dass er aber in jeder Beziehung aus dem Vollen schöpfen kann, zeigt der gebürtige Oberfranke, der aus der berühmten „Auberge de l’Ill“ im Elsass nach Berlin kam: Mit jedem Gericht präsentiert er den Reichtum der klassischen Küche in einer subtil abgewandelten Form, die modernen Essgewohnheiten entspricht.

Keine Frage: Das Lorenz Adlon zählt zu den teuersten Restaurants in Deutschland. Denn der Personalaufwand ist ebenso hoch wie die Miete, die die Kempinski-Gruppe jeden Monat an die Eigner überweisen muss. Es empfiehlt sich also, für ein nicht allzu zurückhaltend gestaltetes Abendessen zu zweit ungefähr 400 Euro zu kalkulieren – außer, man geht mit Rückendeckung des Tagesspiegels dorthin. Dann kostet ein Fünfgangmenü nach Art des Hauses einschließlich passender Weine nur 98 Euro pro Person, jedenfalls an jedem Donnerstag im November.

Das Menü ist nun aber keineswegs „Adlon light“, sondern eine vollwertige, mit Edelprodukten gespickte Kurzreise durch Neesers Küche, der dabei eine Mischung aus Tradition und Experiment zeigt: Er hat es zusammen mit Restaurantleiter Gerhard Retter, dem „Berliner Maître des Jahres 2006“, eigens für diesen Anlass zusammengestellt:

Gänsestopflebermousse und geräucherte Entenbrust mit eingelegtem Kürbis und Maronen, dazu 2005 Riesling „Schieferterrassen“ Heymann-Löwenstein, Mosel

Jakobsmuschel unter der Perigordtrüffelkruste mit Schwarzwurzeln und karamellisierter Zwiebelglace, dazu 1998 Tokay-Pinot Gris „Hommage à Jean Hugel“, Elsass.

Auf Niedertemperatur gegarter Kabeljau mit Thai-Mango, Chili und Kokos auf Petersilien-Couscous, dazu 2005 Iphöfer Kronsberg Scheurebe trocken, Weingut Wirsching, Franken

Geschmorte Ochsenbäckchen auf Walnuss-Selleriecreme mit sautierten Mousseron-Pilzen, dazu 2004 Blaufränkisch trocken, Ried Oberer Wald, Triebaumer, Burgenland

Dialog von Ananas und Tahiti-Vanille mit gebackener Batida-Kokos-Krokette, dazu 2004 Muscat de Beaumes de Venise, Jaboulet & Aine, Rhône

Der Preis versteht sich einschließlich der begleitenden Weine (je 0,1 Liter), aber ohne Aperitif, Wasser, Digestif und so weiter. Da die Plätze schnell vergeben sein werden, sollten Sie unbedingt rechtzeitig reservieren. Die Rufnummer: 2261-0.

Außerdem hat sich Thomas Neeser noch einen besonderen Abend ausgedacht, der im Zeichen der weißen Alba-Trüffel steht: Am Donnerstag, dem 23. November, wird dieses Menü in Anwesenheit des Trüffel-Experten Dario Perno und des piemontesischen Top-Winzers Giorgio Rivetti (La Spinetta) vorgestellt — acht verlockende Gänge, die von Rivettis vielfach ausgezeichneten Weinen begleitet werden. Als Beispiel der Hauptgang: Pochiertes Kalbsfilet mit gebackenem Kalbsbries, Kalbsfußsugo und Alba-Trüffeln, dazu gibt es 2001 Barolo „Vursü Campé“ und 2003 Barbaresco „Vursü Valeirano“.

Dieses Menü kostet komplett 280 Euro pro Person. Es wird anschließend vom 28. November bis 9. Dezember im Restaurant angeboten..

Wie immer geht es für ein paar glückliche Leser auch noch bedeutend preisgünstiger. Wir verlosen je zwei Plätze beim Tagesspiegelmenü und beim Trüffelmenü. Bitte schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „ Adlon“ und Ihrer Telefonnummer bis zum morgigen Donnerstag um 18 Uhr an verlosung@tagesspiegel.de. Die Gewinner werden von uns sofort benachrichtigt.

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