Berlin : Gesetzliches Rauchverbot: CONTRA von Ingo Bach

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Es ist eine ureigene menschliche Eigenart, störende Menschen in die Verbannung zu schicken. Aus den Augen aus dem Sinn! Problem erledigt! Nun sollen es die Raucher sein, die man aus dem Wege zu schaffen wünscht. Und zwar per behördlicher Anordnung, die nur ein "Muss" kennt und kein "Kann". Und die auch dem Nichtraucher keine Wahl zur Toleranz lässt. Wieder ein Gebiet des menschlichen Miteinanders, in das der Staat hineinregiert.

Gibt es bald geschlossene Zimmer für erkältete Leute, die ja ansteckend und damit gesundheitsgefährdend sein könnten, eigene Zugabteile für Passagiere, deren Deo versagt hat (oder die vielleicht keines auftragen wollen), Schallschutzräume für Liebhaber deftiger Blasmusik oder luftdichte Hallen für Sportwagenfahrer, die mehr Gifte in die Atemluft jagen, als hundert Raucher zusammengenommen.

Wahrscheinlich gäbe es in diesen Fällen nicht nur bei den Betroffenen einen Aufschrei der Entrüstung über soviel staatliche Reglementierung. Raucher aber geben ein hervorragendes Feindbild ab. So als lege es jeder von ihnen darauf an, mindestens einen Nichtraucher umzubringen. Da ist man dankbar für ein Schutzgesetz.

Geben wir doch den Streithähnen und -hennen einfach eine Chance, entscheiden zu dürfen! Wie wäre es denn mit ein wenig mehr Kommunikationsbereitschaft zwischen den Parteien. Der Raucher fragt: "Stört es Dich wenn ich rauche?" und wartet tatsächlich die Antwort ab. Sagt der andere: "Ja", dann hat der Raucher einfach mal Pech gehabt und muss vor die Tür. Aber lassen wir auch dem Nichtraucher die Chance, mal "Nein" sagen zu dürfen, wenn ihn der blaue Dunst seines Gegenübers wirklich nicht stört und er einfach die kommunikative Atmosphäre eines gemeinsamen Kneipenabends genießen will.

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