• Gesperrter Spielplatz auf dem Arkonaplatz: Eltern sind entsetzt über Glasscherben im Sand

Gesperrter Spielplatz auf dem Arkonaplatz : Eltern sind entsetzt über Glasscherben im Sand

Versteckte Glasscherben im Sand: Der Spielplatz auf dem Arkonaplatz ist weiter gesperrt. Anwohnende Eltern sind fassungslos.

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Sonntagvormittag, kein Kind, kein Vergnügen.
Sonntagvormittag, kein Kind, kein Vergnügen.Foto: Fatina Keilani

Der Spielplatz auf dem Arkonaplatz in Mitte blieb auch am Sonntag weiter gesperrt, nachdem am Sonnabend an verschiedenen Stellen im Sand versteckte Glasscherben gefunden worden waren. Auf einem Schild am Zaun steht: „Dieser Spielplatz musste wegen Vandalismus gesperrt werden.“

Eine Mutter überlegt, ihre Tochter trotzdem dort spielen zu lassen. „Der Vandalismus betrifft bestimmt das Klettergerüst“, sagt sie. „Schaukeln kann meine Tochter dann ja trotzdem.“
Als sie hört, was der Grund für die Sperrung ist, weiten sich ihre Augen vor Schreck. „Wie gestört ist das denn!“, ruft sie aus.

Kann Viedeoüberwachung helfen?

„Und ich finde, dass man das auf das Schild hätte schreiben müssen. Vandalismus, das hält doch keinen ab. Aber versteckte Scherben im Sand – das ist ja total gefährlich.“ Recht schnell entsteht unter den Eltern eine Diskussion. „Wer macht sowas?“, fragt einer. „Sind das die Linken mit ihrem Protest gegen die Gentrifizierung?“ – „Das kann ich mir nicht vorstellen. Nicht gegen Kinder“, sagt ein Vater. „Das muss ein Psycho sein, ein Psychopath, ein Kinderhasser, irgendwas Krankes“, mutmaßt er. „Ich bin ja echt nicht für die totale Überwachung der Bürger, aber bei sowas - warum eigentlich nicht!“, sagt eine andere Mutter. In London und New York gebe es überall Videoüberwachung.
Am Schild des Absperrgitters steht eine Handynummer; es meldet sich ein Vertreter des Grünflächenamts Mitte.

Es gab bereits mehrere ähnliche Fälle

Der Spielplatz werde gereinigt und dann wieder freigegeben, sagt er. Ob der ganze Sand gesiebt werden müsse, könne er noch nicht sagen, und auch nicht, wie lange es dauere. Wenn Eltern ihre Kinder trotz des Schildes auf dem Spielplatz spielen ließen, geschehe das auf eigene Gefahr. Der Bezirk sei dann nicht mehr in der Haftung.
Ziemlich genau vor einem Jahr hatte es mehrere ähnliche Fälle gegeben. Damals waren auf den Spielplätzen am Weinbergsweg, auf dem Teutoburger Platz, dem Humannplatz und in der Pappelallee über Monate hinweg immer wieder im Sand versteckte Rasierklingen gefunden worden. Ein Täter wurde nicht gefunden. Die Serie endete dann irgendwann.
Auf dem Arkonaplatz in Mitte ist jeden Sonntag Flohmarkt. Für die vielen Fanilien ist das eigentlich praktisch – die Kinder sind auf dem Spielplatz, während die Eltern in Sichtweite Kaffee trinken oder über den Flohmarkt bummeln. Nicht an diesem Sonntag.

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