Berlin : Gläserne Gebäude auf dem Gelände der Gaststätte "Plänterwald" geplant

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Alle Gebäude sind rund. In der Mitte steht ein etwas größeres, dass von sechs kleineren Ablegern umringt wird. Schmale Stege verbinden die gläsernen Bauten, die als Hotel, Restaurant, Läden und Fitnesscenter dienen. Sollten die Planungen zügig vorangehen, könnten im nächsten Jahr die Bauarbeiten auf dem Gelände der Gaststätte "Plänterwald" beginnen.

Bereits seit neun Jahren gibt es Streit um die 12000 Quadratmeter große Fläche im Treptower Park. Die Investorengemeinschaft Heymann und Kreuels musste ihre Ideen mehrmals korrigieren. Dem Bezirk waren die geplanten Gebäude zu hoch und das Hotel zu riesig. Inzwischen wurde von ursprünglich 650 Betten auf rund 150 abgespeckt. So weit war man bereits vor zwei Jahren. Doch dann konnten sich, wie berichtet, Verwaltung und Investor nicht auf eine finanzielle Beteiligung von Heymann und Kreuels zur Neugestaltung der Grünflächen einigen. Nachdem die Grundstückseigentümer den damaligen Bausenator Jürgen Klemann (CDU) um Hilfe gebeten hatten, zog die Senatsbauverwaltung das Verfahren an sich. Im Rahmen eines so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans wird nun die Realisierung des Projektes vorbereitet. Ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor wird ausgehandelt, der ihn zu Ausgleichmaßnahmen auf dem Gelände verpflichtet, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Bauen und Stadtentwicklung, Dagmar Buchholz. "Schließlich handelt es sich um ein wertvolles Gartendenkmal, bei dem die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten sind."

Manfred Kunst von der Geschäftsführung des von Heymann und Kreuels beauftragten Planungsbüros BSM erhofft sich darüber von dem Gutachten, das Ende des Monats vorliegt, konkrete Aussagen. Erst dann könne über Finanzen gesprochen werden, betont der Mitarbeiter.

Die Anwohner hatten inzwischen Gelegenheit, einen Blick auf das Projekt zu werfen. Das Modell war im Rathaus an der Neuen Krugallee ausgestellt. Bei vielen kamen die Pläne ganz gut an. Vor allem die gläsernen Fassaden und die offene Bauweise wurden gelobt. Dennoch wünscht man sich, dass möglichst viele alte Bäume erhalten bleiben und das Gelände auch künftig für jedermann zugänglich ist.

Für so manchen Berliner ist das direkt an der Spree gelegene Areal mit zahlreichen Erinnerungen verbunden. In der 1951 errichteten Gaststätte "Plänterwald" fanden bis Ende der 80er Jahre Tanzveranstaltungen und Betriebsfeiern statt. Vor zehn Jahren wurde das Gebäude wegen Baufälligkeit geschlossen und stand jahrelang leer. Bei zwei Bränden wurde es 1993 vernichtet.

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