Berlin : Glück hoch sieben

Hunderte Paare heirateten am 7. 7.07 – Viele hoffen auf die Symbolkraft der Zahlen

Die ersten kamen um sieben Uhr sieben. Von da an hatten Rainer Ahnert, Leiter des Standesamtes Mitte, und seine Kollegen viel zu tun. 39 Paare gaben sich gestern, am 7.7.07, in Berlins größtem Standesamt das Ja-Wort. Etwa 300 waren es stadtweit – mehr als doppelt so viele wie sonst. Die meisten hatten den Termin wegen der besonderen Zahlenkombination ausgewählt – in der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters steht die Sieben für Gnade, Ruhe und Frieden.

„Ohne das Datum gäbe es keine Hochzeit“, sagt der 27-jährige Konditor Kristof Kuczynski, der soeben Agathe Kalytta (26) geheiratet hat. Zehn Jahre sind die beiden zusammen, ihre Zwillinge sind fünf Jahre alt. Mit der Hochzeit hatten sie gewartet, bis das Datum passte. „Das ist eine symbolische Zahl, die bringt Glück“, sagt die Braut. Da sie in ihrer Beziehung das verflixte siebente Jahr überlebt haben, fürchten sie sich nicht vor möglichen Spätfolgen der Siebenerkombination.

Einige Brautpaare verbanden den Glauben an die Glück bringende Zahlenkombination mit praktischen Erwägungen. „Das ist eine gute Gedächtnisstütze“, sagt lachend die aus Brasilien stammende Psychotherapeutin Fa Stollenwerk. Gerade treten sie und ihr Mann, der Polizist Rainer Baer, aus einem der drei Trauzimmer. Davor wartet bereits das nächste Paar. So voll war es im Standesamt zuletzt am 8.8.88, sagt eine Mitarbeiterin. Die Magie der Zahlen von damals brachte nicht allen dauerhaft Glück: Von den 30 Ehen, die an jenem symbolträchtigen Tag im damaligen Standesamt Wedding geschlossen wurden, besteht heute nur noch eine.

Die außergewöhnlichste Zahlenkombination erreichte gestern ein Paar, das Amtsleiter Ahnert auf dem höchsten Außenposten des Standesamtes verheiratete, dem Fernsehturm. Beide Brautleute haben den gleichen Geburtstag, den 7.1.77. Auch deswegen wählten sie ihrem Hochzeitstag gestern – und waren zufällig das 333. Paar, das auf dem Fernsehturm verheiratet wurde. lvt

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