Berlin : Gold-Kati in Blau

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VON TAG ZU TAG

David Ensikat erklärt,

wo der Spaß aufhört

Man muss ja wissen, wann was ernst gemeint ist und wann nicht, nicht wahr. KarlFriedrich Lentze sagt das auch. Er hat jetzt Katarina Witt verklagt, weil die sich für so eine Ost-Show ein FDJ-Hemd übergezogen hat. Sie mag das lustig gemeint haben, meint Karl-Friedrich Lentze, aber das sei es ja gar nicht. Die FDJ sei schließlich seit 1951 in der Bundesrepublik verboten, und mit den Symbolen einer solchen Organisation dürfe man keinen Spaß machen. Karl-Friedrich Lentze, Künstler in Charlottenburg, meint das ganz ernst. Diesmal jedenfalls. Sagt er.

Okay, er hat schon mal den Papst verklagt und den Weihnachtsmann auch. Den Papst wegen der Sache mit den Kondomen, den Weihnachtsmann, weil der keinen festen Wohnsitz hat und weil man auch gar nicht weiß, woher das Geld für die Geschenke kommt. Man mag das für Quatsch halten oder für Spaß oder für Kunst, Karl-Friedrich Lentze sieht das eigentlich ganz locker. Aber bei Katarina Witt und der FDJ hört der Spaß auf. Geschichtsklitterung, Verharmlosung! Wenn die Ossis, die unter der FDJ gelitten haben, sich da nicht selbst zur Wehr setzen, dann muss eben einer wie Lentze ran.

Wir begrüßen das natürlich, erinnern aber daran, dass hinter all dem ja skrupellose Geschäftemacher stecken, die unsere Gold-Kati mit viel Geld zum Verfassungsbruch gezwungen haben. Was ist mit denen, Herr Lentze? Sollen die ungeschoren davon kommen?

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