Berlin : Goldknochen

Andreas Conrad

möchte einen echten Saurier zerschmettern Das Naturkundemuseum, Hort zähnefletschender Skelette, quält bekanntlich dringender Sanierungsbedarf. Allerlei Prominenz wurde für eine Patenschaft gewonnen. Tatsächlich scheint es jetzt vorwärts zu gehen: Drei Säle stehen vor der Sanierung, darunter der Raum der Saurier. Bevor aber die größten Staubfänger der Naturgeschichte mit Wandfarbe bekleckert werden, nimmt man sie lieber auseinander – beim Prunkstück des Brachiosaurus, zwölf Meter hoch, 23 Meter lang, eine Herausforderung und Anlass zu einer nahe liegenden Frage: Warum die Mühe, die nicht mal was einbringt? Warum nicht mit dem Saurier in Hollywood hausieren gehen und für ein Remake von Howard Hawks’ „Leoparden küsst man nicht“ werben? Hauptperson war dort Cary Grant als Paläonthologe Dr. David Huxley, ein ebenfalls um Spenden verlegener Wissenschaftler, der einen riesigen Brontosaurus zusammenfügen will. Eine Millionenspende steht auf dem Spiel, leider dringt Katherine Hepburn als die schöne Susan Vance in seine fossile Welt ein, ein spektakulärer Zusammenprall – und am Ende ist der Saurier genau das, worauf es in Berlin doch auch nur hinausläuft: ein Haufen alter Knochen.

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