Berlin : Golfer kaufen Grundstück in Wannsee Verein zahlt dem Land

3,6 Millionen Euro

Der Golf- und Land-Club Wannsee, ältester Golfsportverein in Deutschland, hat seine 56,8 Hektar große Anlage im Süden Berlins vom Land Berlin gekauft. Zu einem „stolzen Kaufpreis“ von 3,6 Millionen Euro, wie der Vorsitzende des Golf-Clubs, Roland Specker bestätigte. Bisher wurde eine Jahrespacht von 90 000 Euro entrichtet.

Der Kaufvertrag wurde schon am 15. November 2007 abgeschlossen. Allerdings musste der Senat noch grünes Licht geben, weil sich Berlin von landeseigenen Sportanlagen nur unter bestimmten Voraussetzungen trennen darf. Das schreibt das Sportförderungsgesetz vor. In diesem Fall garantiert der Kaufvertrag, dass auf dem schönen Gelände, das bisher zum Fachvermögen der Berliner Forsten gehörte, „auf ewige Zeiten“ nur Golf gespielt werden darf. Jetzt muss noch das Abgeordnetenhaus dem Geschäft zustimmen, das der landeseigene Liegenschaftsfonds eingefädelt hatte.

Der Pachtvertrag wäre noch bis 2014 gelaufen; mit einer äußerst günstigen Nutzungsgebühr von 15,3 Cent pro Quadratmeter, die der gemeinnützige Verein seit 1988 unverändert zahlt. Dem Landesrechnungshof waren diese Konditionen stets ein Dorn im Auge. Das Forstamt müsse den Pachtzins verdoppeln, forderten die Rechnungsprüfer zuletzt im Jahr 2000. Doch alles blieb, wie es war – nicht zuletzt dank der Fürsprache von Berliner Politikern, die sich dem traditionsreichen Club verbunden fühlten.

Über den Verkauf des Areals an den Verein wird seit Jahren diskutiert. Frühere Wertgutachten kamen auf einen Preis zwischen 2,6 und 4,8 Millionen Euro. Die jetzt vereinbarte Kaufsumme berücksichtige die „enge Zweckbindung“ des Grundstücks, hieß es gestern in der Sportverwaltung des Senats. Aber warum wollte der Club kaufen, angesichts der niedrigen Pacht? „Es ist doch eine gute Sache, wenn wir das Areal für alle Zeiten für den Golfsport sichern“, sagte Specker. Außerdem investiere der Verein regelmäßig in die Immobilie, auf der ein großzügiges Clubhaus und ein Restaurant stehen. Da sei es als Eigentümer einfacher, an Bankkredite zu kommen. Die Berliner Forsten hätten es gern behalten und irgendwann dort wieder Bäume angepflanzt. za

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