Berlin : Grüne gegen teuren S-Bahn-Ausbau

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In letzter Minute will der Verkehrsexperte der Grünen, Michael Cramer, den geplanten großzügigen Umbau des S-Bahnhofs Charlottenburg verhindern. Hilfe erhofft er sich von den Rechnungshöfen des Bundes und Berlins sowie vom Eisenbahnbundesamt, das die Finanzierung des Umbaus genehmigen muss. 20 Millionen Euro soll er kosten. 5 Millionen Euro davon muss Berlin aufbringen. „Zu viel angesichts des geringen Nutzens für die Fahrgäste“, sagt Cramer.

Ziel ist es, die Bahnsteige näher zum U-Bahnhof an der Wilmersdorfer Straße zu legen. Während die S-Bahn wieder zwei Bahnsteige bauen will, ist Cramer überzeugt, dass ein Bahnsteig reicht. Dann müssten unter anderem 34 Bäume nicht gefällt werden. Zwei Bahnsteige mit vier Gleisen seien erforderlich, um den dichten Betrieb pünktlich abwickeln zu können, sagt S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Würde man die Züge bis Grunewald fahren lassen, wo der Bahnhof ebenfalls zwei Bahnsteige hat, müsste der Senat pro Linie jährlich etwa eine Million Euro für den Betrieb zubuttern, weil er die Fahrten bestellen – und bezahlen – müsste. Stadtentwicklungssenator Strieder unterstützt deshalb die Pläne der Bahn.

Beim Bau nur eines Bahnsteigs in Charlottenburg könnte dieser bis zum U-Bahnhof heranrücken, argumentiert dagegen Cramer. So würden sich die Wege für die Umsteiger maximal verkürzen lassen. Bei zwei Bahnsteigen müssen die Fahrgäste dagegen 78 Meter bis zur U-Bahn zurücklegen, weil für diese Anlagen der Platz direkt am U-Bahnhof nicht ausreicht. Bisher beträgt die Entfernung von Zugang zu Zugang 270 Meter.

Eine viergleisige Anlage in Charlottenburg erleichtere zudem, so S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz, den Veranstaltungsverkehr zum und vom Olympiastadion.kt

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