Berlin : Grüne lehnen Museum des Kalten Krieges ab

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Die Dokumentations und Gedenkstätte Bernauer Straße soll als zentrale Berliner Mauergedenkstätte weiterentwickelt werden, fordert die Fraktion der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Die Bernauer Straße ist ein authentischer Ort“, erläuterte gestern die kulturpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Alice Ströver. In der Bernauer Straße mit dem längsten noch vorhandenen Teilstück der Grenzanlagen soll die Grenzsituation erfahrbar gemacht werden. Ein „Museum des Kalten Krieges“ lehnen die Grünen ab; ebenso wolle man mit dem ernsten Thema „kein Disneyland“ und keine Rekonstruktion von Erinnerung. „Nicht am Checkpoint Charlie, sondern in der Bernauer Straße sind Menschen aus den Fenstern gesprungen und mussten dies mit ihrem Leben bezahlen“, sagte Ströver. Auch die aktuelle Präsentation von sechs Mauerteilen am Potsdamer Platz sei „absolut ungeeignet“.

Dagegen müsse man die noch vorhandenen Mauerreste und Bestandteile der ehemaligen Grenzanlagen vollständig unter Denkmalschutz stellen, meinte Ströver, da nur noch ein Prozent der ehemaligen innerstädtischen Mauer vorhanden ist. „Es ist höchste Zeit, die verbliebenen Reste zu sichern, um das Andenken an die unmenschliche Teilung der Stadt, die viele Menschen das Leben gekostet hat, wach zu halten“, sagte Ströver. Der innerstädtische doppelreihige Pflastersteinstreifen, der den Mauerverlauf kennzeichnet, müsse in ganzer Länge verwirklicht werden. Ströver stellte auch die Neuauflage der Broschüre „Berliner Mauerstreifzüge“ vor, kostenlos zu beziehen unter der Telefonnummer 2325 2406. als

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