Berlin : Grüne vor der Wahl: Spenden-Brunch soll Parteikasse füllen

Sabine Beikler

Renate Künast gehört zu der Kategorie Politiker, die immer nach neuen Wegen suchen. Und sie weiß auch aus ihren eigenen Berliner Wahlkampfzeiten, dass Wahlkampf Geld kostet und die Grünen nicht aus prall gefüllten Parteikassen schöpfen können. Als die Verbraucherschutzministerin vor ein paar Monaten in einem ihrer Lieblingsrestaurants, in der Schöneberger "Trattoria Muntagnola", mit Freunden bei einem guten Essen zusammensaß, kam ihr die Idee, für ihre Parteifreunde aus dem Berliner Landesverband einen "Spenden-Brunch" zu organisieren.

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1000 Leute - viele Selbstständige, Rechtsanwälte und Wirtschaftsvertreter - erhielten daraufhin eine Brunch-Einladung für den gestrigen Sonntag in die Trattoria Muntagnola. Und um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, bat die Partei um eine "Schnapszahl-Spende" von 333 Mark: 300 Mark für die Partei, 30 Mark für das Essen und drei Mark Trinkgeld.

Nach den Terrorangriffen in den USA schrieben die Organisatoren einen zweiten Brief: Jeder, der Interesse hat, sei zum Brunch herzlich eingeladen - ob mit oder ohne Spende. "Gerade jetzt!" stand auf der neuen Einladung, der gestern 80 Gäste folgten. Zwischen leckeren Antipasti wie Fenchelsalat in Sardellen-Kapernsauce, Saubohnenpüree mit Löwenzahn oder Mozzarellakirschen in Basilikum-Pesto und den Hauptgängen Fusilli mit Kalbsragout, Ravioli mit frischem Ricotta und Zimt in Tomatensauce oder Tagliatelle mit kleinen Tintenfischchen unterhielten sich an dem einen Tisch die Grünen-Wirtschaftsstaatssekretärin Erika Romberg mit Eric Schweitzer vom Alba-Vorstand, an einem anderen Tisch tafelten Rechtsanwälte gemeinsam mit Vertretern der Heinrich-Böll-Stiftung oder von Biofleisch-Metzgereien. Zwischen den Gängen wechselten Grünen-Spitzenkandidatin Sibyll Klotz und Renate Künast immer wieder ihre Plätze. Ein Erfolg war der Brunch allemal: Mehr als 25 000 Mark Spenden flossen bereits in die Parteikasse. Und wer noch nicht hatte, konnte unauffällig einen Obolus in eine große gelbe Schüssel auf dem Tresen entrichten.

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