Berlin : Hand in Hand gegen das Verbrechen

Berlin und Brandenburg wollen die Zusammenarbeit intensivieren

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Für Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und den Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) ist der Fall erledigt. Beide winkten ab, als sie gestern auf den missglückten Einsatz von Berliner Polizisten im Nachbarland angesprochen wurden. Die Beamten hatten polnische Autodiebe bis nach Brandenburg/Havel verfolgt, ohne dies mit der örtlichen Polizei abzusprechen. Einer der Täter, der einem Beamten die Dienstwaffe entwendete, ist noch flüchtig. „In tausenden anderen Fällen arbeiten wir gut zusammen“, versicherte Körting. Das gelte auch für den Verfassungsschutz. Eine gute Abstimmung zwischen den Sicherheitsbehörden sei allerdings unerlässlich. Die Zusammenarbeit soll weiter verbessert werden.

Autos in Berlin stehlen, in Brandenburg frisieren und in Polen verkaufen – dagegen will die Polizei beider Bundesländer in enger Kooperation vorgehen. Körting und Schönbohm kündigten an, dass Autoschieberei, Frauenhandel, Zigarettenschmuggel, Serieneinbrüche in Wohnungen und andere Formen der organisierten Kriminalität noch entschiedener als bisher grenzüberschreitend bekämpft werden sollen. Um gegen Intensivtäter wirksamer vorgehen zu können, wird eine neue gemeinsame Ermittlungsgruppe gegründet.

Auch im Bereich der Jugendkriminalität und Graffiti, der Beseitigung von Kriegsmunition und bei der polizeilichen Aus und Fortbildung wollen Berlin und Brandenburg enger kooperieren. Das gilt auch für die Ausbildung von Diensthunden. Mitglieder des Berliner Polizeiorchesters, das aufgelöst wird, sollen ins Landespolizeiorchester Brandenburg übernommen werden, sobald Stellen frei werden. Und – freie Rechnerkapazitäten wollen sich beide Polizeibehörden gegenseitig zur Verfügung stellen. Wolfgang Wieland, innenpolitischer Sprecher der Grünen, war von den Ankündigungen der Innenminister enttäuscht. Die Landeskriminalämter, die Bereitschaftspolizei, die Polizeiausbildung und der Verfassungsschutz müssten zusammengelegt werden. Die Zusammenarbeit über Vereinbarungen und Arbeitsgruppen sei mühsam und zeitraubend. za

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