Berlin : Handy-Sendemasten: Wider den Antennenwald

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Bis zu 14 000 Mobilfunkantennen werden in den kommenden Jahren in Berlin errichtet. Damit rechnet Claudia Hämmerling, Sprecherin für Verbraucherschutz von Bündnis 90 / Grüne. So viele Masten seien nötig, um das neue UMTS-Netz aufzubauen. Da die Installation dieser Masten von bis zu zehn Metern Höhe bisher genehmigungsfrei möglich ist, hat die Fraktion nun ein neues Verfahren vorgeschlagen. Nach Vorstellung der Fraktion soll in Zukunft eine Genehmigung der Behörde nötig sein. Keine Antennen dürfe es auf Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und in reinen Wohngebiete geben. In einem Verzeichnis sollen alle Sendeanlagen aufgeführt werden.

Die Bündnisgrünen stützen ihre Forderungen auf Ergebnisse einer Literaturstudie des Forschungsinstituts Ecolog, das bei den Netbetreibern als besonders "mobilfunkkristisch" gilt. Danach seien gesundheitliche Schäden durch die Antennenstrahlung "nicht mehr auszuschließen".

In der SPD-Fraktion teile man die Sorgen grundsätzlich, sagte Felix Clauß, stellvertretender Fraktionssprecher. Aber der bloße Anschein einer Gefahr rechtfertige noch keine Änderung der Gesetze.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft ist der Meinung, dass die geltenden Grenzwerte und die Zusage der Netzbetreiber, die Masten in sensiblen Bereichen nicht aufzustellen, ausreichenden Schutz bieten: "Die Betreiber haben kein Interesse daran, gesundheitsschädigende Anlagen zu nutzen."

T-Mobil und D 2 Vodafone lehnen die Vorschläge ab. Vor allem die Zahl der Mobilfunkantennen wird bezweifelt. Gebraucht würden höchstens 1000. Zudem gebe es eine Studie vom Öko-Institut, nach der bei Einhaltung der Grenzwerte Gesundheitsschäden ausgeschlossen seien.

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