Berlin : Hansaviertel: Nach dem Spazieren in die Giraffe

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Am liebsten hätte Wirt Gerd Hanschmann das beleuchtete Giraffenschild am 16. Stockwerk des Hochhauses anbringen lassen. Da spielte der Denkmalschutz jedoch nicht mit. Zu sehen ist die gelb-braune Werbung auch so. Sie ist zugleich das letzte Überbleibsel des Traditionsrestaurants "Giraffe" im Tiergartener Hansaviertel. Jetzt hat das Lokal neu eröffnet. Es gehört nun zu den Restaurants von "Robbengatter-" und "Britzer Mühle"-Chef Ulf Zöllner. Alles ist renoviert, aus dem rustikalem Weinlokal in der Klopstockstraße ist eine helle Restaurant-Kneipe geworden.

Die neue Giraffe hat Parkettboden, Ahorntische, rote Sitznischen und einen aus weißen Steinen gemauerter Tresen. Darüber hängt ein Flachbildschirm, auf dem ab und zu Sportübertragungen gezeigt werden. Im hinteren Teil des Restaurants steht ein neuer Billardtisch. An Wänden hängen Gemälde vom Halensee und der Pfaueninsel. Etwa drei Monate hat der Umbau gedauert, mehrere hunderttausend Mark wurden ausgegeben. Rund 30 in Teilzeit Beschäftigte halten das Lokal am Laufen.

Sportler, die nach dem Training eine Apfelschorle trinken wollen, Flohmarktbesucher, Spaziergänger und alteingesessenen Bewohner des Hansaviertels wünscht sich Gerd Hanschmann, Geschäftspartner von Ulf Zöllner, unter anderem als Gäste. Aus dem Wintergarten hat man einen schönen Blick ins Grüne. Bis zum Sommer sollen Biergarten und Terrasse im Garten ausgebaut werden. Neben dem "Schleusenkrug", dem "Café am Neuen See", dem "Viktoria" und der "Wasserwelt" hat der Tiergarten dann ein weiteres Gartenlokal.

Von Hausmannskost wie Leberkäse und Erbsensuppe bis zu Fingerfood - Sate oder Nachos - reicht das Spektrum der Speisekarte. Sie steht in der Tradition der Zöllner-Kneipen, enthält neben Winterkost wie Lammragout und Rostbraten allein ein Dutzend Salate und 16 Frühstückstypen. Wer will, kann sich die Frühstückszutaten auch selbst zusammenstellen. Zur Wahl stehen auch Leckereien wie Hähnchenbrustfilet und Mozzarellasticks. Das Angebot soll künftig um frischen Kuchen und Torten ausgeweitet werden. Das alte Restaurant Giraffe war etwa zweieinhalb Jahre geschlossen. "Giraffe" wird das 16-geschossige Gebäude genannt, in dem das Lokal liegt. Es wurde 1956 nach Plänen des Architekten Klaus Müller-Rehm für die Bauausstellung im Hansaviertel errichtet.

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