Berlin : Harald Juhnke lächelt vom dunklen Stein

Denkmal ist fertig gestellt Zu sehen ab 23. Oktober

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Mit einem Lächeln wird Harald Juhnke demnächst auf die Weddinger blicken. Denn der Stein, auf den die Künstlerin Eike Stilow Juhnkes Gesichtszüge eingemeißelt hat, ist nun fertig behauen. Anthrazitfarben ist er, und über zwei Tonnen schwer. Am 23. Oktober soll der Stein enthüllt werden. Einen Tag zuvor wird er aus RheinlandPfalz geliefert. Dann kommt Harald Juhnke zurück in den Kiez, in dem er aufgewachsen ist.

Dort wartet der Initiator des Denkmals, Joachim Brunken, auf den Findling aus der Gesteinsart Diabas. „Einen Tag lang bleibt der Stein verhüllt“, sagt er. Geplant sei eine feierliche Enthüllung am darauf folgenden Sonntag. Der Gedenkstein soll auf dem Mittelstreifen der Fordoner Straße in der Nähe von Juhnkes Elternhaus aufgestellt werden. Allerdings gibt es noch Kleinigkeiten, die geklärt werden müssen, bevor eine Sondergenehmigung erteilt wird. Grundsätzlich sehe man man den Gedenkstein positiv, heißt es in einem Brief vom Straßen- und Grünflächenamt an Joachim Brunken. Sichergestellt werden muss noch, wer das Denkmal pflegt und ob keine Leitungen unter dem Standort verlegt sind. Inhaber der Sondergenehmigung wird wohl der Verein „Soldiner Treff“. Für den Verein betreibt Brunken in Wedding einen Nachbarschaftstreff, der besonders für trockene Alkoholiker gedacht ist. Der Verein muss sich dann um die Denkmalpflege kümmern und beispielsweise Graffiti entfernen.

Joachim Brunken ist ein Schulfreund Harald Juhnkes. Kurz nach dessen Tod im Frühjahr beschloss er, dem Freund einen öffentlichen Gedenkort zu widmen. Zuerst wollte er den namenlosen Platz an der Fordoner Straße nach Juhnke benennen. Das ging nicht, denn es muss eine Frist von fünf Jahren verstreichen. Diese Regel gilt aber nicht für Denkmäler, und so erzählte Brunken im Fernsehen von seiner neuen Idee. Das sah die Bildhauerin Eike Stilow und stiftete das Denkmal. Bei der geplanten Enthüllung am 23. Oktober wird sie auch anreisen. jea

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