Hauptbahnhof : "Hier funktioniert nichts"

Der Hauptbahnhof: Innen supermodern und außen auch fast drei Jahre nach der Eröffnung weiter einfach nur "mickrig". Nach der Kritik des Bahnchefs fordern auch Taxifahrer den Umbau der Zufahrt vor dem Hauptbahnhof.

Klaus Kurpjuweit
Hauptbahnhof
Unübersichtlich. Vor dem Hauptbahnhof ist es für Reisende schwer, sich zurechtzufinden. -Foto: Wolff

Der Hauptbahnhof: Innen supermodern und außen auch fast drei Jahre nach der Eröffnung weiter einfach nur „mickrig“. Chaotisch ist immer noch vor allem die Taxivorfahrt auf dem nördlichen Europaplatz. Daran ändert sich vorläufig auch nichts. Erst wenn die Großbaustelle für die S-Bahn S 21 abgeschlossen ist, werde die Anlage so umgebaut, dass es mehr Platz für Autos und Taxis gebe, kündigte die Stadtentwicklungsverwaltung am Dienstag an. So lange müsse man auch auf den Bau des Parkhauses für Fahrräder warten. Es soll auf einer Fläche entstehen, die zunächst ebenfalls für den S-Bahn-Bau benötigt wird.

Die Zustände bringen auch den Chef der Taxi-Innung, Bernd Dörendahl, in Rage. „Auf diesem Platz funktioniert nichts“, sagte Dörendahl und gibt damit Mehdorn recht, der, wie berichtet, am Montag im Wirtschaftsausschuss des Parlaments die Zustände vor allem für die Taxis als „mickrig“ bezeichnet hatte. Die gesamte Situation rings um den Bahnhof mache ihn „traurig“, sagte Mehdorn. Mittes Wirtschaftsstadtrat Joachim Zeller (CDU) spricht sogar von einer „städtebaulichen Missgeburt“. Von Anfang an sei hier alles zu eng geplant worden.

Nach wie vor gibt es auf beiden Seiten des Vorzeigebahnhofs nur öde Flächen – und schmale Straßen. Auch Taxis haben kaum Platz. Ihr Aufstellplatz ist unter der Bahnbrücke. Wer Fahrgäste aufnehmen will, muss links vom Ausgang auf die Kunden warten. Wer Fahrgäste zum Bahnhof bringt, steht dagegen rechts vom Ausgang. Dort dürfen die Kunden aber nur aus- und nicht einsteigen. „Welcher Ortsunkundige soll dies verstehen?“, fragt sich Dörendahl. „Die Fahrgäste gehen da hin, wohin sie wollen und nicht, wohin sie sollen.“ Der Konflikt sei dann vorhersehbar.

Die „Straße“ vor dem Bahnhof ist zudem so schmal, dass sie oft durch dort stehende Autos blockiert ist. Teilen müssen sich die Taxis die schmale Zufahrt zudem mit privaten Autos, deren Fahrer jemanden zum Bahnhof bringen oder dort abholen wollen. Auf deren Zufahrtsstraße gilt zwar ein absolutes Halteverbot, eingehalten wird es aber fast nie. Dörendahl schlägt vor, die Straße vor dem Bahnhofseingang dreispurig zu machen. Dann bliebe Platz für alle. So weit wollen die Planer nicht gehen, aber nach dem Bau der S21 sollen immerhin die Wege der Taxis und der anderen Autos getrennt werden.

Weniger problematisch seien die Bedingungen auf der Südseite des Bahnhofs. Dort hatten die Planer ursprünglich gar keine Taxis sehen wollen, weil durch die stehenden Fahrzeuge der Sichtkontakt aufs Kanzleramt gestört würde, sagte Dörendahl. Jetzt dürfen Taxis dicht am Ausgang halten. Wann der Platz dort in Form gebracht wird, ist auch ungewiss. Der Senat ließ die Arbeiten stoppen, nachdem es aktuelle Pläne gegeben hatte, dort ein Bürogebäude zu bauen. Daraus wurde aber bisher nichts. Jetzt will sich die Stadtentwicklungsverwaltung mit dem potenziellen Bauherrn abstimmen. Unbegrenzt könne man schließlich nicht warten.

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