Haus der Kulturen : Sarrazin wurde vom Literaturfestival ausgeladen - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren entschied die Festivalleitung den Ex-Finanzsenator auszuladen. Leiter Ulrich Schreiber wollte, dass Sarrazin sein Buch direkt vor oder nach dem Festival im Haus der Kulturen vorstellte. Was die Agentur dpa darüber berichtete.

Das Haus der Kulturen der Welt hat sich durchgesetzt: Sarrazin wird nicht beim Internationalen Literaturfestival dabei sein.
Das Haus der Kulturen der Welt hat sich durchgesetzt: Sarrazin wird nicht beim Internationalen Literaturfestival dabei sein.Foto: dpa

Der wegen seiner Thesen zur Integration von Zuwanderern umstrittene Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin ist vom Internationalen Literaturfestival in Berlin ausgeladen worden. Festivalleiter Ulrich Schreiber sagte am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms, man habe sich entschieden, Sarrazin nicht innerhalb des Festivals zu präsentieren.

Hintergrund sind Meinungsverschiedenheiten zwischen den Organisatoren. Das Berliner Haus der Kulturen der Welt, in dem die Vorstellung von Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" am 25. September stattfinden sollte, hatte darauf bestanden, dem umstrittenen Autor einen kritischen Gesprächspartner entgegenzusetzen. Schreiber sagte, er habe den als Interviewpartner geladenen kritischen Journalisten für ausreichend befunden.

Nun gebe es Überlegungen, die geplante Buchvorstellung vor oder nach dem Festival (15. bis 25. September) zu machen. Veranstalter werde dann nicht das Festival, sondern die Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik sein. Die Stiftung gehört zu den Trägern des Festivals, Schreiber ist ihr Vorstand.

Thematischer Schwerpunkt des Literaturfestes ist dieses Jahr Osteuropa. Insgesamt geben in den elf Tagen mehr als 270 Autoren aus 65 Ländern einen Einblick in neue Entwicklungen der Weltliteratur. Erstmals erwartet wird der bisher mit einem Ausreiseverbot belegte chinesische Autor Liao Yiwu. Er habe nach seinem Visum von den chinesischen Behörden auch die notwendige Reiseerlaubnis erhalten, sagte Schreiber erneut. "Wenn alles gut geht, kommt er am 15. September in Frankfurt und dann auch in Berlin an." dpa
Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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