Heikles Wochenende : Nicht im Griff

Hochrisikospiel, Hell’s Angels, heikle Demonstrationen: Bernd Matthies über ein Berliner Wochenende voller Risiken und Nebenwirkungen.

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Polizisten wissen was zu tun ist... Wenn Dynamo Dresden und der 1. FC Union aufeinandertreffen (hier 2006 in der sächsischen Landeshauptstadt), gibt es jedes Mal einen Großeinsatz. Foto: ddp
Polizisten wissen was zu tun ist... Wenn Dynamo Dresden und der 1. FC Union aufeinandertreffen (hier 2006 in der sächsischen...Foto: ddp

Es gibt Dinge, die wegen ihrer Risiken und Nebenwirkungen längst verboten gehörten, wären sie nicht so eingebürgert. Der Fußball zum Beispiel: Treffen zwei so illustre Vereine wie Union und Dynamo Dresden aufeinander, dann ist in ihrer Begleitung offenbar mit einer solchen Zahl von prügelsüchtigen Quartalsirren zu rechnen, dass die Polizei 1700 Beamte aufbietet und immer noch ein mulmiges Gefühl hat. Die Grenze zwischen sogenannter Fankultur und reinem Draufhau-Wahn ist dünn, und es lässt sich zur Beruhigung allenfalls vorbringen, dass diese Gewalt nur selten Unbeteiligte trifft.

Außer, natürlich, die Polizisten. Angesichts des heutigen Berliner Sonnabends, an dem auch noch mehrere heikle politische Demonstrationen stattfinden und die Hell’s Angels ein wenig feiern wollen, stellt sich wieder einmal die Frage, wie sich die Ordnungshüter eigentlich noch zum Einschreiten motivieren, wenn die kollektive Vernunft so demonstrativ Pause macht.

Vor allem aber wüsste man doch gern: Weshalb müssen wir alle dafür zahlen, dass ein paar Fußballvereine ihre Fans nicht in den Griff bekommen?

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