Berlin : Heiße Sache

Ariane Bemmer

lobt Grillfreunde, die sich vom Wetter nicht beirren lassen Grillfreunde sind unbeugsame Charaktere, Menschen, die Feuer und Mücken nicht fürchten, denen Rußränder am Fleischrand und Grashalme im Salat nichts machen, die zum Essen nicht Tisch, nicht Stuhl brauchen. Grillfreunde, die ihr Hobby ernst nehmen, hocken längst in den Parks, obwohl es an den Eisheiligen gerade noch Bodenfrost gab. Mit klammen Fingern bogen sie den Rost zurecht, schichteten Tupperdosen auf Karodecken, rieben sich die Hände über flammender Kohle – und waren bester Laune. Als gingen die Temperaturen sie nichts an. Es ist Mitte Mai, Mitte Mai ist Grillzeit, also wird gegrillt. Noch Fragen? Manche, die auf ihrer Wohnzimmerheizung sitzend, die Griller beobachteten, lachten über sie. Stattdessen sollten wir sie beneiden. Sie haben die Natur in ihre Grenzen gewiesen. Sie haben sich unabhängig gemacht. Wer auch immer den Wunsch spürt, ähnliche Härte gegen sich selbst zu trainieren, muss sich bis zum Herbst gedulden. Jetzt ist es nämlich wärmer – und Grillen auch was für Softies.

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