Berlin : Heißer Umsatz

Ariane Bemmer

über den flexiblen Sommerkunden Der Mensch, wenn mit extremem Klima konfrontiert, erkennt schnell seine Einflusslosigkeit und sucht Heil in der Anpassung. Gießt es plötzlich in Strömen, stellen findige Einzelhändler schnell Schirme ins Schaufenster und die Passanten ohne Schirm eilen flugs herbei und kaufen ohne großes Gezeter das nächstbeste Modell. Dies galt für die erste Sommerhälfte. Seit neuestem geht es anders, bietet der Tabakladen an der Ecke Backförmchen und Sandsiebe an. Ein wettergemäßes Angebot, das im Trend liegt. Denn die Hitzewelle hat die meisten Berliner unvorbereitet getroffen. Ohne geeignete Shorts, Kleidchen, Flipflops oder Bikinis bleibt ihnen nur die Lethargie bei Temperaturen von 30 Grad. Jetzt in die U-Bahn, um am Ku’damm Sommerkleider zu kaufen? Undenkbar! Jetzt ins Auto, um im OutletStore im Umland nach Schnäppchen zu suchen? Ausgeschlossen! Dies ist die Stunde der Läden im Kiez. Hier schnellen die Absatzzahlen jetzt in die Höhe, hat der Einzelhandelsverband gemeldet. Ungeachtet modischer Vorlieben wird nun gekauft, was schnell verfügbar ist. Am meisten in den Geschäften, die auf dem direkten Weg zum Freibad liegen.

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