Berlin : Helge Schneider: Es gibt Ei, Baby

Lars von Törne

Es hätte so schön werden können. Helge Schneider hatte geladen, zum Currywurst-Essen direkt vorm Reichstag. Höchstpersönlich wollte der Meister des improvisierten Trivial-Humors den Vertretern der Presse die Würstchen zubereiten. Und dabei auf dem Platz vorm Reichstag über seine neue Show sprechen. "Plautze voll" heißt die, und die Currywurst sollte als Symbol dafür stehen. Was hätte das für ein wunderbarer Aufhänger sein können, um mit dem Komödianten über die tiefere Bedeutung von Würstchenbuden und Currysauce zu plaudern. Aber dann kam alles anders.

Es gab keine Wurst. Es regnete in Strömen. Und zum Plaudern hatte Helge gestern auch keine richtige Lust. Außerdem wollte er eigentlich gar keine Currywürste verteilen. "Das war nur ein Trick, um Euch hierherzulocken", sagte er, als er auf seinen Holzbotten zum improvisierten Würstchenstand schlurfte, an dem es aber wegen des schlechten Wetters gar keine Würstchen gab. "Irgendwie muss man ja auf sich aufmerksam machen", sagte er und kratzte sich am angegrauten Vollbart. "Und da ist meinem Agenten kein besserer Einfall gekommen, als Euch zum Wurstessen einzuladen." Dass dies nun dem Wetter zum Opfer fiel, schien ihn nicht allzu sehr zu stören. "Ich bin ja sowieso kein echter Wurstverkäufer."

Damit wollten sich die rund 40 versammelten Journalisten nicht abspeisen lassen. Sie murrten. Sie wollten ihre Currywurst-Geschichte. Immerhin heißt die Show ja "Plautze voll". Gibt es da eine Verbindung zur Currywurst, fragte einer. Wird es bald eine Helge-Schneider-Wurst geben, wollte ein anderer wissen. Und ein dritter fragte nach Helges Lieblingsrezept. Alles vergebens. "Ich mag ja eigentlich gar keine Wurst", nuschelte der Befragte in ein Dutzend Mikrofone. "Früher habe ich die mal gemocht. Aber davon kriegt man Pickel. Oder Curry-Allergie." Und was das Rezept angeht, kenne er nur eins für Pfannekuchen. Oder für Spiegeleier. Und dann fragte ein Radioreporter tatsächlich: "Dann verraten Sie uns bitte Ihr Rezept für Spiegeleier". Als Helge zu einer Antwort ausholte, drängten sich die Kameramänner und Mikrofonträger noch enger um ihn, um ja kein Wort zu verpassen: "Man muss Butter erhitzen, das Ei aufschlagen und das Innere in die Pfanne fallen lassen." So ganz zufrieden stellte diese Antwort die Journalisten nicht. Irgendwie hatte man sich von Helge Schneider etwas Witzigeres erwartet. "Womit hauen Sie sich denn persönlich die Plautze voll?", hakte einer nach. "Brombeeren", sagte Helge. Und dann fragte ihn noch einer, auf was man sich denn eigentlich bei der neuen Show einstellen müsse. Die knappe Antwort: "Auf mich."

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